5 Gründe für das Freilernen – Bildung braucht keine Schule

Seid ihr schon Freilerner?

Zugegeben haben wir anfangs oft daran gezweifelt, ob freilernen wirklich der richtige Weg ist. Viele Menschen können sich nichts darunter vorstellen und bleiben hartnäckig, wenn es um das Thema Bildung geht. Wenn ein Kind nicht in die Schule geht, kann es nichts lernen und bleibt für’s Leben geschädigt. Das sitzt so tief in den Köpfen der Menschen, dass sie sogar richtig wütend werden, wenn man versucht die Gründe zu erläutern. Mittlerweile diskutieren wir da überhaupt nicht mehr, wir wissen, dass dies unser Weg ist. Wir erleben es jeden Tag hautnah mit, wie sich unsere Kinder in einem schnelleren Tempo entwickeln, als Kinder die den Kindergarten oder die Schule besuchen. Schwer vorzustellen? Freilernen ist für uns die Lösung.

Freilernen

5 Gründe für das Freilernen

  1. Selbstbestimmtes Lernen Unbeschulte Kinder haben die Möglichkeit nach Herzenslust das zu lernen, nach was ihnen der Sinn gerade steht. Sie haben immer die Möglichkeit, sich das heraus zu picken, was in genau diesem Moment interessant für sie erscheint. Selbstbestimmtes Lernen ist nachhaltig und bleibt im Gehirn verankert. Statt in der Schule theoretisches Wissen vermittelt zu bekommen, mit dem die meisten Kinder in der Realität nicht viel anfangen können, haben sie so eher eine Chance, mit den selbst erarbeiteten Kenntnissen etwas anfangen zu können.
  2. Bedürfnisse erkennen und darauf eingehen – Kinder die zu Hause, bzw in einem vertrauten Rahmen lernen können, bekommen automatisch die Unterstützung die sie benötigen. Wir können so auf unsere Kinder eingehen und sie optimal in dem fördern, was gerade gebraucht wird. Wir können uns unseren Kindern liebevoll und intensiv widmen, ihnen die Zeit geben, die sie benötigen um sich gewisse Dinge anzueignen. Bessere Rahmenbedingungen gibt es kaum. Wer beim Lernen eine positive Erfahrung macht, bekommt Lust darauf noch mehr zu erfahren.
  3. Lernen ohne ZwangIn der Schule wird man dazu genötigt zuzuhören, ob das jeweilige Thema interessant für das Kind ist, spielt keine Rolle. Welchen Sinn hat das Lernen dann? Keinen! Nach der nächsten Klausur wird alles wieder vergessen und muss dann eventuell später, zB für das Abitur, erneut aufgearbeitet werden. Die Schule arbeitet eindeutig gegen unseren natürlichen Wissensdurst und tötet unsere Neugier.
  4. Zeit als Familie verbringen – In der Hektik des Alltages geht so einiges unter. Zeit für zwischenmenschliche Beziehungen bleibt kaum, höchstens am Abend beim gemeinsamen Essen, wenn es denn überhaupt stattfindet. Wir alle sind gefangen in einem System, welches uns auseinandertreibt. Wir verbringen mehr Zeit mit fremden Menschen, die wir teilweise nicht einmal ausstehen können, als mit unserer Familie. Dabei geht es doch genau darum! Wozu haben wir Kinder, wenn wir sie tagsüber wegschicken. Wir sehen uns zum Frühstück und Abendessen und selbst dann ist die Zeit begrenzt und oft sind alle hektisch unterwegs, weil man den Bus zur Schule bekommen muss, oder vor der Rushhour auf der Autobahn sein möchte.
  5. Freies Lernen in freier Umgebung – Die Schule ist ein Ort der einem Gefängnis gleicht. Die Parallelen sind kaum zu übersehen. Die Bedürfnisse der Kinder stehen hinten an, in ersten Linie ist es wichtig auf den Lehrer, statt auf sich selbst zu hören. Nicht einmal essen und trinken ist gestattet, essen kann man noch verkraften, aber trinken ist wichtig und das auf die Pausen beschränken zu müssen ist grausam. Ebenso sieht es mit dem Toilettengang aus. Wenn ein Kind muss, dann muss es und kann nicht bis zu 45 Minuten warten, was auch gesundheitliche Nachteile mit sich bringt. Kinder brauchen eine friedliche und entspannende Umgebung um zu lernen. Ohne Zwang, ohne Kontrolle, ohne Hierarchien, welche sie in ihrem Schaffen einschränken. Am günstigesten lernt man in freier Natur – vor allem findet man hier viele Anstöße und Ideen, sodass die Kinder von ganz alleine lernen.

Freilerner Kinder

Und trotzdem schicken Millionen Menschen ihre Kinder in vermeintliche Lehranstalten, welche sie keineswegs auf das vorbereitet, was sie im echten Leben erwartet. Zwar beginnt der harte Konkurrenzkampf leider bereits in der Schule (viele hochbegabte Kinder bleiben hierbei auf der Strecke), doch was uns danach erwartet ist vielleicht noch viel schlimmer. Wir werden fast schon gezwungen 9 to 5 Jobs anzunehmen – wer will schon von Hartz 4 leben? Und dann nimmt die unendliche Spirale ihren Lauf. Bis an unser Lebensende. Wir können uns kaum etwas Schlimmeres vorstellen. Leben bedeutet keineswegs eat – work – sleep – repeat. Wozu sind wir denn dann hier? Wirklich um andern Geld in die Taschen zu scheffeln ohne je selbst etwas davon zu haben? Bestimmt nicht. Aussagen wie „Es ist halt so“ und „Anders geht es nicht“ sind nicht akzeptabel! Wenn wir unser Mindset dabei belassen, wird es für immer so bleiben.

Nur wer die Möglichkeit hat, sich frei zu bilden und so frei zu sein, wird nachhaltig etwas ändern können. In der Schule wird uns schließlich beigebracht, dass es so sein muss. Schon sehr früh werden wir in Praktika gesteckt, um herauszufinden was wir wollen. Aber woher soll ein 14-jähriges jugendliches „Kind“ wissen was es möchte, wenn es noch nicht einmal die Zeit dazu hatte, sich Gedanken darüber zu machen? Wenn wir künstlerisch begabt sind, erklärt man uns, dass man damit kein Geld machen kann und somit ist das Thema vom Tisch. Wir fügen uns früher oder später, weil wir selbst keine Möglichkeit sehen auszubrechen. Wenn uns nicht gezeigt wird, wie es anders sein kann, werden wir wie alle anderen dieser endlosen Spirale aufsitzen und früher oder später selbst davon überzeugt sein, dass es das Richtige ist. Freilernen erscheint uns dann schlichtweg nicht möglich.

Freilerner Kinder

Wir wollen unseren Kindern die Möglichkeit geben, sich selbst frei zu entfalten. Einfach freilernen. Sie sollen die Welt entdecken und das nicht von einem stickigen, überfüllten Klassenzimmer aus. Wir wollen unseren Kindern Mobbing ersparen. Nicht dass das unbedingt passieren muss, aber ein Junge mit langen roten Haaren? Zu ungewöhnlich für unsere Gesellschaft. Solange wir alle so intolerant und steif sind, keine anderen Wahrheiten akzeptieren und uns der Tatsache nicht bewusst sind, dass wir uns dem ständigen Urteilen entledigen müssen, wollen wir kein Teil dieser Gesellschaft sein.

Wenn euch das Thema interessiert, ihr vielleicht noch Vorurteile habt und nicht so recht wisst, ob das Freilernen für euch geeignet ist, könnt ihr euch hier ein wenig weiterführende Informationen holen.

Und das ist das Buch von einem der bekanntesten Menschen, die nicht in der Schule waren: … und ich war nie in der Schule: Geschichte eines glücklichen Kindes

Nachtrag: Da wir auch viel Kritik ernten, was uns aber nicht stört 😉 hier nochmal eine kleine Erklärung. Für den Fall, dass eines unserer Kinder je den Wunsch äußern sollte, eine Schule besuchen zu wollen, werden wir natürlich alles dafür tun, dass dieser Wunsch in Erfüllung geht! Wir sprechen nicht negativ über die Schule, wenn dann sogar eher positiv, da wir nicht wollen, dass unsere Kinder die Schule grundsätzlich ablehnen. Sie sollen einfach eine eigene Entscheidung treffen können/dürfen. Das ist uns sehr wichtig. Denn mit Zwang erreicht man rein gar nichts. Und das soll vermieden werden, denn so werden unsere Kinder nichts lernen können! Danke 🙂

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Comments

Kommentare

15 Kommentare

  1. Hallo Nadine, hallo Sascha,
    vom Freilernen bin ich überzeugt; die Frage ist ja nur, wie bzw. wo man es umsetzt. Wie macht ihr das? Lebt ihr im Ausland? Unsere älteste Tochter ist 5, daher haben wir noch ein Jahr Zeit, unseren Platz und Weg zu finden. Herzliche Grüße Steffi

    • Hallo liebe Steffi,
      wir sind derzeit selbst angestrengt auf der Suche nach einer Lösung. Momentan sind wir im Ausland aber früher oder später wohl gezwungen nach D zurück zu kommen. Der Große ist auch erst 5 und als er noch ein Baby war, dachten wir auch, wir finden eine Lösung bis es soweit ist. Jetzt sind wir ein wenig in der Bredouille und müssen schnell handeln – auch wenn theoretisch noch 1 Jahr Zeit ist. Das einfachste ist einfach ins Ausland zu gehen 🙂

      Liebe Grüße,
      Nadine

  2. Wir hatten/haben ja in Österreich zumindest Dur Möglichkeit des häuslichen Unterrichts. Seit Mai sind wir in Vietnam unterwegs und wir sind überzeugt davon, daß Schule kein Thema mehr für uns sein wird (solange die Kinder das auch so wollen) .Euer Artikel fasst das Thema gut zusammen und trifft auch die meisten unserer Beweggründe 🙂

    • Nadine Wiedmann

      Hallo liebe Sissy,
      das ist ja toll! Wir wollten heute morgen eigentlich auch von Kep aus weiter nach Vietnam, haben uns aber spontan für Sihanoukville und dann Thailand entschieden 🙂
      Ja in Österreich hat man auf jeden Fall mehr Möglichkeiten als in Deutschland.
      Ganz liebe Grüße,
      Nadine

  3. Den Punkten Toilette und trinken möchte ich widersprechen … bei mir immer erlaubt. 🙂
    Ansonsten sehr viel wahres dran … 🙂

    • Hallo 🙂

      Wir hatten auch den ein oder anderen Lehrer, der das toleriert hat, aber leider nicht alle
      und viele vertreten die Meinung, dass man das nicht darf sehr vehement 😉

      Liebe Grüße,
      Nadine

      • Ja, aufs Klo durften wir auch zwischendurch, aber es gab immer einen nervigen Spruch wie: „Hättest du nicht in der Pause gehen können?“. Ich hab mich immer schlecht gefühlt wenn ich „musste“ und darum zu bitten aufs Klo zu gehen war mir auch stets unangenehm. 🙁

        • Nadine Wiedmann

          Hallo liebe Anna 🙂

          mir ging es da ähnlich. Wobei ich in ganz jungen Jahren total schüchtern war und mich so überhaupt nicht gewagt habe,
          irgend etwas zu sagen. Für mich war das immer sehr unschön.

          Ganz liebe Grüße,
          Nadine

  4. Darf ich mal fragen, wovon ihr lebt?
    Ich bin ja alleinerziehend und werde eh nie viel Geld haben…
    Alleinerziehend und freilernen- das geht doch eh nicht zusammen, oder? Ich meine, wenn ich die ganze Zeit mein Kind zuhause habe, kriege ich nix gearbeitet, oder?
    Kennt ihr jemand, der das schafft??
    Ansonsten: Bin ebenfalls sehr überzeugt, dass Freilernen super ist.
    Ich würde meinem Sohn zumindest gerne eine demokratische Schule ermöglichen- aber bei uns gibt es leider keine in der Nähe.

    • Hallo 🙂
      Ja, ich muss zugeben, dass ich nicht weiß wie ich es ohne meinen Mann machen würde. Das wäre eventuell so nicht möglich.
      Es gibt aber auch alleinerziehende, online aktive Frauen, von denen man sich etwas abschauen kann. Ich würde dir da
      die Hannah von „zurück zum Bauchgefühl“ empfehlen! Sie ist alleinerziehend und will sogar auswandern 🙂
      Du kannst mir auch gerne einmal eine Mail schreiben, dann kann ich auch persönlicher werden.
      Ganz liebe Grüße
      Nadine

      • So wie sich das liest, lebt ihr anscheinend von einer Erbschaft. Mit dem nötigen Kapital im Rücken, ist es natürlich sehr leicht sich von allen möglichen Dingen loszusagen und ein freies Leben zu propagieren.

        Falls ihr nicht von vorher erwirtschaftetem Kapital lebt, müsst ihr es ja noch aktuell erwirtschaften. Dann bin ich mir ziemlich sicher, dass die Fähigkeiten, bzw. die Grundlagen dazu überwiegend in Schulen erlernt wurden.

        Warum wollt ihr dann das euren Kindern vorenthalten? Ich möchte absolut keine Reklame für das etablierte Schulsystem machen, weil ich das für ziemlich schlecht halte. Ich bin auch der Meinung, dass Kinder erheblich mehr lernen können, wenn sie nicht in diesem geregelten System lernen, sondern sich frei entwickeln können, wie zum Beispiel bei Montessori vorgesehen. Aber dazu braucht es die Umgebung, die das ermöglicht.

        Wir hätten unseren Kindern nur einen Bruchteil von dem vermitteln können, was sie mit Begeisterung gelernt haben. Ohne Schule wäre das nicht gegangen. Und selbst in diesem schlechten System sind unsere Kinder gerne zur Schule gegangen. Ich finde euer schulisches Weltbild auch sehr überholt. Als ich in den 60ern eingeschult wurde, hätte man das noch so unterschreiben können, aber heute hat sich das doch schon sehr gewandelt. Immer noch lange nicht genug, aber trinken, Toilettengänge und selbst etwas essen während der Unterrichtszeit ist heute in der Regel gestattet. Zumindest in der Grundschule.

        • Hallo Wolfgang,

          ich habe mir ernsthaft überlegt, den Kommentar nicht freizuschalten. Es klingt nicht sehr nett und ein wenig unreflektiert, was kein Angriff ist!
          Die Fähigkeiten, die wir benötigen um unseren Lebensnunterhalt zu bestreiten haben wir nicht in der Schule gelernt. Die Jahre in der Schule hätten wir uns gut und gerne sparen können – abgesehen vom Lesen, Rechnen und Co, was auch keine Kunst ist. Das bringt sich mein 6-Jähriger aktuell selbst bei.

          Und ja, wir müssen arbeiten um frei zu sein, jedoch auf eine andere Art und Weise – unsere.

          Wir enthalten unseren Kindern nichts vor. Sie bekommen alle Informationen (nicht einseitig!!!) und dürfen selbst entscheiden. Wir schaffen unseren Kindern die Umgebung, die sie benötigen um genau das zu lernen, was momentan ansteht. Das kann keine Schule bewerkstelligen, oder kennen Sie eine Grundschule an der Astronomie und Paläontologie unterrichtet wird? Ich leider nicht. Nebenbei wird rechnen, lesen und schreiben gelernt, ganz von selbst. Weil es gebraucht wird. So einfach ist das.

          Es mag Kinder geben, die sich in der Schule wohlfühlen und auch Kinder, für die eine Schule dringend nötig ist. Auf unsere Kinder trifft beides nicht zu. Im Moment. Sie haben jederzeit die Möglichkeit eine Schule zu besuchen. Ich empfinde es als Vorwurf, wenn Sie sagen, wir enthalten unseren Kindern etwas vor. Denn genau das machen wir nicht. Das Gegenteil ist der Fall. Man könnte allen anderen Eltern vorwerfen, sie enthalten ihren Kindern die Freiheit der Wahl vor, was auch zutrifft. Doch so wird das von der Gesellschaft leider nicht betrachtet.

          Interessant, dass ich erst vor kurzem die Diskussion mit einer Grundschullehrerin hatte. In ihrem Unterricht darf lediglich die Toilette aufgesucht werden. Und nun? Überholt? Keineswegs. Meine Schulzeit liegt auch nicht sehr lange zurück und bei mir sah es ebenso aus. Auf dem Gymnasium durfte man dann zumindest hin und wieder etwas trinken. Das war’s auch schon. Das muss eine besonders tolerante Schule sein, von der Sie sprechen. Doch auf die Allgemeinheit kann man das leider nicht übertragen.

          Alles Liebe,
          Nadine

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  6. Hallo. Wie macht ihr das mit der Schulpflicht? Würde gerne noch ein Jahr warten damit u auch weiter rumfahren.

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