5 Tipps für ein nachhaltiges Leben mit Kindern – Ökofamilie

Nachhaltiges Leben mit Kindern? Wer Kinder hat weiß, wie schwer es einem manchmal gemacht wird, wenn man gerne nachhaltiger leben möchte. Produkte für Kinder sind häufig in Plastik bzw. Kunststoff eingepackt und enthalten oft auch jede Menge davon. Doch für jedes Problem gibt es auch eine Lösung. Man muss nur kreativ sein und ein wenig umdenken. Aller Anfang ist schwer, doch wir leben in einer Welt voller Möglichkeiten und auch in Sachen Nachhaltigkeit findet man immer einen Weg. Eigeninitiative wird hier gefordert, denn oft gibt es (noch) keine Patenlösung.

Kinder haben oft keine Wahl, sind sie uns Eltern die ersten Lebensjahre ausgeliefert und müssen sich nach uns und unseren Wünschen richten. Mit zunehmendem Alter können jedoch auch unsere Kinder mitbestimmen, und wenn wir sie gut genug aufklären, könnte die Welt in naher Zukunft eine bessere sein. Soviel zur Theorie. Wir empfinden es als eine besonders große Herausforderung unsere Kinder aufzuklären, in einem Umfeld voll künstlich erschaffener Dinge. Wenn es alle machen, warum ist es dann falsch? Unser Lysander ist mittlerweile so weit, dass er um die Probleme weiß und auch von sich aus nachhaltig leben möchte. Bei Aurelia ist es manchmal noch sehr schwer. Sie hat gewisse Wünsche, die nicht immer im Einklang mit unseren Werten erfüllbar sind, jedoch beginnt auch sie langsam zu begreifen.

Wir haben bereits das Wissen, um die vielen verschiedenen Probleme in puncto Nachhaltigkeit zu lösen! Alternative Lösungen sind bereits vorhanden und warten auf die Umsetzung. Da kommen wir als Konsumenten ins Spiel. Wir müssen zeigen, dass wir eine Veränderung wollen und die Konzerne werden sich darauf einstellen, was teilweise bereits in Arbeit ist. Natürlich führt das allein nicht zu einer besseren Welt, doch können wir sie auf diese Art und Weise nachhaltig beeinflussen, ebenso wie wir so unser Bewusstsein dafür schärfen und unseren Kindern vorleben können, wie man es anders machen kann.

1. Das Babyfachgeschäft infrage stellen

In einem Babyfachgeschäft wird man längst nicht mehr gut beraten. Vom Baby bis zum Kleinkind finden wir hier alles, was wir nicht brauchen. Die Welt befindet sich im Wandel, welcher auch keinen Halt vor unseren Gewohnheiten im Umgang mit unseren Kindern macht. Viele Babys und Kinder kommen heute in den Genuss des bedürfnisorientierten Aufwachsens. Das kann bedeuten, dass sie nicht in Windeln eingepackt werden, sondern windelfrei aufwachsen. Sie werden getragen, statt vor sich hergeschoben und werden nicht gezwungen fragwürdigen Brei in sich hineinzustopfen, sondern bis ins Kleinkindalter hinein gestillt. BLW und kindergartenfrei sind ebenfalls interessante Stichworte. Was das mit Nachhaltigkeit zu tun hat?

Wir wenden uns ab von den gängigen Normen. Wenn wir keine Windeln kaufen müssen, tragen wir einen beträchtlichen Teil dazu bei, das globale Müllproblem unter Kontrolle zu bringen. Keinen Kinderwagen zu kaufen, sondern ein fair produziertes Tragetuch aus Biobaumwolle zu kaufen unterstützt den Wandel in vielerlei Hinsicht. Denkt nur einmal an die Bestandteile eines Kinderwagens! Plastik, Metall mit Kunststoffbeschichtung, eventuell giftige Farben im Stoff usw. Gläschen zu vermeiden spricht für sich, und wenn unser Kind mit BLW groß wird, haben wir die Wahl, welches Obst und Gemüse gefüttert wird. Geht unser Kind nicht in den Kindergarten, wird es nicht mit den noch geltenden Normen konfrontiert und ist auch nicht scharf auf die vielen bunten Plastikspielzeuge, das Essen/die Süßigkeiten oder die anderen Dinge, die mit unserem nachhaltigen Lebensstil nicht zu vereinbaren wären (Ausnahmen bestätigen hier die Regel und ja, natürlich gibt es auch hier Lösungen und Wege! – dient lediglich der Veranschaulichung unserer verqueren Welt).

2. Gemeinsame Nutzung der Ressourcen

Trotz, dass es oft erwähnt wird, weiß ich, dass viele die gemeinsame Nutzung alltäglich benötigter Ressourcen toll fänden, doch noch keinen Weg gefunden haben, dies auch mit in den Alltag zu integrieren. Unser Tipp: Einfach machen, wenn ihr eine Idee habt! Man muss schon ins tun kommen, das kann kein anderer für uns übernehmen.

Kinderkleidung ist ein großer Punkt, vor allem bei Familien mit mehreren Kindern. Immerhin gehen Frauen gerne einkaufen und so macht es die Sache mit den Kinderflohmärkten etwas einfacher. Die gibt’s natürlich auch im Netz, wobei ich persönlich den örtlichen Flohmarkt vorziehe, so fällt schon einmal die Verpackung und der Versand weg!

Doch auch ein Besuch in der örtlichen Bücherei ist leicht zu bewältigen. Es müssten nicht mehr Bäume sterben als nötig. Gerade bei Büchern ist es sinnvoller sie zu teilen. Wie viele Bücher stehen bei euch ungelesen im Regal 😉 ? Manche Bücher liest man eben nur einmal. Zudem haben viele Büchereien eine nette Kinderecke!

Reparieren statt neu kaufen ist auch ein nicht zu verachtender Aspekt. Wenn uns beispielsweise ein wichtiges Spielzeug kaputt geht, kaufen wir nicht gleich nach. Entweder Sascha repariert es, oder wir finden einen vergleichbaren gebrauchten Ersatz.

Schon einmal etwas von Shareconomy gehört? Teilen statt kaufen! Mittlerweile ist die Sharingkultur in unserem Alltag angekommen, man hört viel davon, doch noch immer passiert zu wenig. Das Angebot ist da! Wir müssen es nur nutzen. Wir sparen Geld, schonen die Umwelt, geben unseren Kindern grundlegende Werte mit auf den Weg und fördern ihre sozialen Kompetenzen. Carsharing ist durchaus bekannt, doch gibt es auch Projekte, bei denen sich die Menschen eine Waschmaschine oder einen Kühlschrank teilen.
Was fällt euch noch dazu ein? Was nutzt ihr gemeinsam mit anderen?

nachhaltig mit kind

3. Altes Wissen hervorholen

Geht nicht nur mit Omas alten Putztricks, sondern auch mit Kinderspielen. Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, fallen mir spontan mindestens 5 Spiele ein, die man spielen kann, ohne etwas dafür kaufen zu müssen. Sprachspiele, Verkleiden (klappt super mit Mamas und Papas Garderobe), alle Vögel fliegen hoch, Topfschlagen, Fingerspiele, um nur eine Handvoll zu nennen. Wir haben vor einiger Zeit ein tolles Buch dazu entdeckt (Link ganz unten).

4. Weg mit dem Fernseher

Zugegeben ist das wohl für viele ein wenig radikal. Aber ganz im Ernst: Seit wir das Ding vor über 10 Jahren ausgeschaltet haben, geht es uns besser. Auch wenn man meint, man lässt sich von der Werbung nicht beeinflussen, ist es dennoch eine Tatsache. Menschen, die uns glauben machen, dass wir alles wollen und brauchen, wissen genau, wie sie die Werbung gestalten müssen. Filme und Serien gibt es auch im Netz – teilweise ganz ohne Werbung! Unser Kaufverhalten wird massiv von der Werbung geprägt und macht keinen Halt vor unseren Kindern. Sie empfinden vieles ausschließlich als normal, weil sie es in der Werbung gesehen haben. Es werden Sehnsüchte und Bedürfnisse geweckt, das muss bei Kindern wirklich nicht sein – bereits 5 Minuten sind ausreichend und regelmäßiger Konsum von Werbung prägt vor allem in den ersten Lebensjahren unser zukünftiges (Konsum-) Verhalten sehr.

5. Den Supermarkt meiden

Auch wenn man ohne Kinder einkaufen geht, kauft man doch auch für seine Kinder ein. Ein Überraschungsei hier, eine in Plastik verpackte Kleinigkeit da. Wir machen es so, dass wir im Bioladen Dinge wie Nudeln, Reis und Co kaufen, den Rest beziehen wir grundsätzlich vom Markt. Das hat sich absolut bewährt und den Verpackungsmüll drastisch reduziert. Mit Kindern auf den Markt zu gehen ist auch sehr schön, oft bekommen unsere etwas geschenkt und freuen sich wahrhaftig über eine simple Karotte. Der eigene Einkaufskorb oder der Stoffbeutel ist klar 😉 Mittlerweile ist jeder Besuch im Supermarkt eine Herausforderung. Die vielen Reize, die laute Musik, die hektischen (mies gelaunten!) Menschen, das unmenschliche Verhalten untereinander – all das macht kein bisschen Spaß, stimmt uns schlecht gelaunt und auch die Kinder drehen in einem Supermarkt regelrecht durch!

Nachhaltiges Leben mit Kindern?

Das sind nur 5 Kleinigkeiten, die jeder von uns in den Alltag integrieren kann, um mit seinen Kindern nachhaltiger zu leben und auch einen echten Unterschied zu machen. Wir wollen, dass unsere wunderschöne Erde auch noch unseren Kindern erhalten bleibt, doch von nichts kommt nichts. Leben wir unseren Kindern Verantwortungslosigkeit vor, wie wir sie oft selbst erlebt haben, wird es immer so weitergehen und wir wirtschaften unseren Planeten nieder. Auch wenn man der Ansicht ist, das eine Stück Plastik ist relativ – wenn wir alle so denken würden, wären wir bereits an einem anderen Punkt.

*Buchempfehlungen (einfach auf das Bild klicken):

Alles Liebe,

Eure Ökofamilie

 

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Comments

Kommentare

5 Kommentare

  1. Gute Tipps. Wir kaufen fast keine Kinderkleidung- wir bekommen das Meiste geschenkt (tragen nach) und geben das Meiste auch wieder weiter an andere Familien. Das hat nicht nur finanzielle und oekologische Vorteile- auch Schadstoffe sind weniger vorhanden als in neuen Kleidern. Viele Sachen fuer das erste Lebensjahr mussten wir nicht kaufen- bekamen es von der Gemeinschaft oder von Freunden und gaben es danach wieder zurueck/ weiter (Kinderbett, Babybadewanne etc).
    Da wo ich wohne, steckt vieles noch in Kinderschuhen- vorallem was Konsumverhalten, Abfallberge, oekologische/ biologische Produkte etc anbelangt. Leider koennen wir vieles nicht optimal umsetzen- aber wir hoffen, dass wir mit den kleinen Dingen, die wir tun koennen, auch andere anregen koennen zum umdenken. 🙂

    • Hallo liebe Rahel,

      die kleinen Dinge sind die wirklich wichtigen! Wir fangen schließlich alle klein an 🙂 Zudem macht ihr euch immerhin Gedanken, was viele andere eben nicht machen.

      Alles Liebe und gutes Gelingen 🙂
      Nadine

  2. Hallo Nadine, Danke für diesen schönen Artikel. Nachhaltigkeit beginnt ja schon im Kindesalter wie man es lernt. Leider ist unsere Gesellschaft aufs Wegwerfen Konditioniert. Wir haben auch 2 Kinder und finden es muss nicht immer alles Niegel Nagel Neu sein. Sobald sie in die Schule kommen wird es aber anders werden, da wird man schnell zum Aussenseiter.
    lg
    Christian

    • Hallo Chris,

      stimmt, wir werden schon im Kindesalter darauf getrimmt. Ist leider so.
      Aber genau aus diesem Grund müssen wir bei unseren Kindern anfangen 🙂

      Alles Liebe,
      Nadine

  3. Ich habe selber 2 Kinder (1 und 4 Jahre alt) und beschäftige mich seit etwas über einem Jahr mit einer ökologischen Lebensweise. Vieles bleibt aus Zeitgründen leider auf der Strecke und man ärgert sich dass man es nicht schafft umzusetzen.
    Ich finde euren Blog ganz toll, werde auf jeden Fall öfter vorbeischauen. Bei manchen Sachen bin ich voll dabei, andere sehe ich etwas kritisch. Aber das ist ja normal, jeder Mensch hat seine eigene Meinung.
    Macht weiter so!

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  • Kongresse bei denen wir dabei sein durften:

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