Digitaler Minimalismus ? Unsere Realität / Digital Natives

Digitaler Minimalismus? Ein Kommentar zu unserem letzten Artikel zum Minimalismus hat uns zu diesem hier inspiriert. Wie handhaben wir das mit technischen Geräten, schauen unsere Kinder Filme, nutzen wir Mobiltelefone? Vorneweg: Es geht nicht anders. Allein um diesen Blog am Leben zu erhalten, braucht es mindestens einen Laptop und eine Kamera – ein Problem haben wir damit nicht, denn die Geräte bestimmen nicht unseren Alltag.

Digitaler Minimalismus ?

Das kritische Hinterfragen von unserem Konsumverhalten spielt auch eine große Rolle, wenn es um die Technik geht. Im Grunde genommen hilft uns die Technik sogar dabei, unser Leben zu minimalisieren! Es gibt Dinge wie eBook Reader und Streaming Portale, sodass wir keine riesigen Bücher- oder DVD-Sammlungen mehr benötigen, sondern alles in digitaler Form in unseren 2-3 Geräten vereint haben. Schön dabei ist auch, dass weniger Ressourcen verbraucht werden – um es einmal erwähnt zu haben. Physischer Besitz wird reduziert und nachhaltiges Konsumverhalten gefördert – prima. Wie immer beim Minimalismus geht es auch hierbei darum, die Nutzung technischer Geräte und die Medien allgemein zu reduzieren, nicht immer verfügbar zu sein und unsere teilweise Besorgniserregende Handhabung im Umgang mit all dem zu hinterfragen. Muss ich ständig online sein? Brauche ich ein neues Handy? Welche Rolle spielen diese Dinge in meinem Leben und wie gehe ich damit um? Wegzudenken sind sie nicht mehr, das auf keinen Fall. Und auch wir als Ökofamilie machen keinen Bogen um Laptop und Co.

Unsere Kinder sind sogenannte Digital Natives

Wir wollen unseren Kindern die digitale Welt nicht vorenthalten, aber auch nicht, dass sie ständig damit in Berührung kommen. Prinzipiell haben es unsere Kinder selbst in der Hand, wann sie was nutzen wollen und haben das auch sehr gut im Griff. Aus eben dem Grund, dass wir sie dabei selbst entscheiden lassen. Ja – auch unsere 2-jährige Aurelia kann das (wobei das Interesse noch nicht wirklich vorhanden ist) und wir sprechen ihr das Recht darauf nicht ab. Sie sieht uns schließlich immer mal wieder beim Bedienen unserer Geräte. Das Gute dabei ist, irgendwie haben die beiden das gut im Griff. Aurelia möchte das Handy manchmal einfach nur, um es wegzulegen (sie hat ein tolles Gespür dafür, wann es genug ist!) und auch Lysander ist da sehr entspannt – es interessiert ihn nicht wirklich, außer wir verschicken whatsapp Nachrichten an die Familie.

Unsere beiden dürfen sich auch manchmal etwas anschauen. Wir haben altersgerechte Filme auf unserem Laptop, und wenn sie danach verlangen, dürfen sie natürlich auch. Man muss nur dazu sagen, dass das nicht sehr häufig vorkommt, oft wochenlang gar nicht, weil das Leben draußen viel zu spannend ist. Wir sind wirklich froh darüber, es könnte immerhin auch anders sein.

Und dennoch sind sie Digital Natives, die von Anfang an lernen, wie man mit den modernen Medien umgeht. Sie wissen, wie man ein Handy entsperrt, wie man ein iPad bedient und wie der Laptop funktioniert. Sie sehen es immer mal wieder, es ist nicht wegzudenken. Wir wollen auch gar nicht, dass sie fern davon aufwachsen, immerhin könnte es im späteren Leben eine große Rolle spielen. Man möchte meinen, als Ökofamilie wären wir auf irgendeine Art und Weise dagegen, sind wir aber nicht.

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Wir vertrauen unseren Kindern

Wir sind uns einig, dass unsere Kinder gewisse Medienkompetenzen aufweisen sollten – einfach auch, um zurechtzukommen und weil sie es wollen. Die kindliche Neugier macht auch vor den digitalen Medien keinen Halt und warum sollten wir das verbieten? Allgemein gibt es hier keine Verbote, davon halten wir nichts. Bisher funktioniert unsere Herangehensweise sehr gut und solange es so bleibt, müssen wir nichts weiter tun, als unseren Kindern zu vertrauen. Es gibt keinen Grund, denn wenn ein Kind alles hat, was es braucht, muss es nichts durch übermäßigen Medienkonsum kompensieren – wie es oft (nicht immer!) der Fall ist. Sie brauchen derzeit keinen Ersatz, weil sie glücklich und zufrieden sind.

Fernsehen und Werbung

Hier sind wir sehr strikt. Zwar kommen auch unsere Kinder hier und da damit in Berührung, doch lehnen wir beides absolut ab. Noch sind sie sehr jung und keiner weiß, welche Botschaft tatsächlich in ihren kleinen Köpfen ankommt. Man kann schlecht beurteilen, wie das Fernsehen und die zugehörige Werbung wirkt! Da kann auch eine geringe Dosis viel Schaden anrichten. Fernsehen ist brutal und Werbung macht verrückt. Das weiß auch schon unser Lysander, der es von sich aus ablehnt. Ihm ist es laut eigener Aussage zu grausam und es nervt ihn, dass er nicht selbst entscheiden kann, was läuft. Wir als Eltern können es nicht verantworten unsere Kinder dem Fernsehen auszusetzen. Daher gab es das auch nicht, als wir noch in einer Wohnung gelebt hatten.

Digitaler Minimalismus ist, wie ihr seht, auch bei uns ein Thema. Von außen betrachtet sind wir wohl auch in dem Punkt minimalistisch und doch möchte ich noch einmal betonen, dass wir digitale Medien nutzen. Wir wissen um die Vorteile und auch unsere Kinder sollen nicht ohne aufwachsen, aber auch nicht übermäßig konsumieren. Jeder wird da sein Maß, oder auch die Grenze anders abstecken und wird wissen, was gut für die eigenen Kinder ist. Wie immer ist das eine persönliche Sache und keiner kann sich anmaßen, er wisse, wie es richtig geht.

Unsere Ausstattung – was wir nutzen

Zum einen nutzen wir dieses MacBook. Damit schauen unsere Kinder ab und zu einmal einen Film und wir nutzen es, um zu surfen, den Blog aufrechtzuerhalten uvm. Darüber hinaus sind wir im Besitz eines iPads, eines iPhones und Sascha hat noch ein günstiges Mobiltelefon, das einfach nur existiert, um Kontakt mit der Familie zu halten. Wir verwenden eine Canon Spiegelreflex und eine Canon Minicam, um ein Video machen zu können, wenn es schnell gehen muss/soll. Das wäre unsere komplette technische Ausstattung, mit der wir wunderbar zurechtkommen. Die Minicam müsste nicht unbedingt sein, ist aber sehr praktisch. Digitaler Minimalismus ja – aber alles im Rahmen 😉 Nicht zu viel und nicht zu wenig, wir wollen uns und die Kinder nicht abschotten!

Solange wir unseren Alltag nicht von den Geräten bestimmen lassen, spricht aus unserer Sicht nichts dagegen, all das zu verwenden. Statt des iPhones hätten wir mittlerweile gerne ein Fairphone und auch das ein oder andere Gerät könnte unter besseren Bedingungen hergestellt worden sein. Doch all diese Dinge stammen aus einem anderen Leben und noch brauchen wir keinen Ersatz – so bleibt alles, wie es ist.

Was sagt ihr zum Thema digitaler Minimalismus? Wie handhabt ihr das mit euren Kindern?

Alles Liebe – Eure Ökofamilie

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Comments

Kommentare

9 Kommentare

  1. Ihr Lieben,

    danke für diesen wunderbaren, inspirierenden Blogartikel! Wir nahmen ihn zum Anlass, auch über unsere Ansichten zum Thema Minimalismus, digitale Technik und Medien in der Familie sowie über das Minimalismusverständnis auf Youtube zu schreiben, denn dort gab es bereits viel Kritik zu unseren Videos.

    Hier der Link zum Blogpost: http://freeyourfamily.net/2017/01/minimalismus-medien-familie/

    Da wir eine gepflegte Linkkultur in der Blogosphäre schätzen, haben wir in unserem Blogpost selbstverständlich auf euren Artikel hier verwiesen.

    Alles Liebe
    Patrick und Evelin

  2. Ui, ein großes Thema in der heutigen Zeit. Unser Sohn (2) kommt alleine durch meinen Blog und meine „Arbeit“ ständig mit dem Handy (auf das ich doch immer mal wieder schauen und gegebenenfalls reagieren muss) in Kontakt. Mich selbst nervt es auch, aber es ist, wie es ist. Genau, wie ihr es schreibt.

    Ich bin ebenfalls strikt gegen Fernsehen, und ich ärgere mich immer sehr, wenn z.B. bei seiner Oma einfach der Fernseher angemacht wird. Kindersender. Aber sind wir mal ehrlich: Wie kindgerecht ist das Programm wirklich?!? Mal abgesehen von den Werbepausen, deren Spots hektisch (Zeit ist Geld) und verblödend ist. Wofür die da Werbung machen, darüber darf man ja auch nicht nachdenken. Völlige Reizüberflutung für unsere Kinder. Leider aber total normal in vielen Familien. Als unser Sohn auf die Welt kam, war er noch 4 Wochen im Krankenhaus. Ich war ständig bei ihm und hatte in dieser Zeit ebenfalls kein Fernsehen geschaut. Als ich das erste Mal wieder die Kiste anmachte, war ich fix und fertig. Man glaubt nicht, wie abhängig man sich davon macht. Das sollte echt jeder mal ausprobieren. Nach einer gewissen Zeit, die ich anschließend abstinent gelebt habe, entschied ich mich, komplett auf TV zu verzichten. Eine der besten Entscheidungen meines Lebens!

    Aber zurück zu den Kindern: Ich habe einen Laptop, klar, ich muss ebenfalls den Blog am Laufen halten. Unser Sohn darf da gestreamte Videos, z.B. Sendung mit der Maus, schauen, nach Bedarf. Erstaunlicherweise ist es bei uns wie bei euch: es gibt oft Tage am Stück, wo er gar nicht danach fragt. Überrascht mich immer wieder. Und wenn es dann mal einen Tag gibt, wo er 3 Mal die Maus gucken will, dann ist das halt so. Und ich kann mal in Ruhe bügeln. 😉

    Erschreckend finde ich oft, wenn er mit seinen 2 Jahren am Handy schon weiß, welche Tasten er drücken muss, um zu dem zu kommen, was er sich ansehen will. YouTube oder bestimmte Apps. Da muss ich mir was einfallen lassen. Wenn man sieht, wie er von rechts nach links „wischt“ muss ich manchmal schmunzeln. WIe ihr sagt: Digital Natives. Wer weiß, wofür es gut ist. Diese Generation BRAUCHT unbedingt das Wissen um technische Geräte, das ist meine Meinung. Daher machen lassen. Auch wenn das Spielen mit und die Nähe durch die Handys umstritten ist.

    Toller Beitrag. Das wollte ich eigentlich sagen. 😀 Ist ja fast ein eigener Blogpost draus geworden. 😉

    • Hallo meine Liebe 🙂

      Fernsehen ist der absolute Horror! Wir schauen nun seit 17 Jahren kein Fernsehen mehr und sind immer wieder geschockt, wenn die Kiste irgendwo läuft. Auch die Wirkung auf die Kinder ist übel. Wenn wir irgendwo vorbeikommen und es läuft Werbung oder eine fragwürdige Kindersendung, bleiben die beiden Kleben und reagieren NICHT mehr. Anders ist das, bei dem was sie sich sonst so anschauen. Da sind sie ansprechbar. Für uns ein Beweis dafür, dass das übliche Programm absolut schädliche Auswirkungen hat.
      Ansonsten ist es wirklich krass, wie viel bereits die Kleinsten wissen. Immer wieder interessant, wenn man sie einfach lässt und beobachtet 🙂

      Alles Liebe dir und deiner Familie von uns allen <3

  3. Spricht mir aus der seele…das sind nunmal kinder unserer heutigen zeit! Und dazu gehöret auch einfach die digitale welt! Wirklich beeindruckent das zwei jährige schon wissen wie das alles so funktioniert…aber ja, es gehört dazu. Vertrauen ist gut, kinder können es schon einschätzen wann es ihnen genug ist, solange sie immer auch wissen das es so viele andere tolle dinge im leben gibt. Auch hier unter vertrauen und bedürfniss im guten maße…

    • Hallo liebe Ann-Kathrin,

      vertrauen ist in dem Punkt sehr wichtig, denn wie sollen sie sonst lernen, eischätzen zu können wann es genug ist. Fremdbestimmung ist auch hier fehl am Platz 🙂 Wir hatten eine Zeit, in der Lysander wirklich eine Woche lang sehr viel am iPad gespielt hat und haben uns schon Sorgen gemacht. Doch dann hat es ihn plötzlich nicht mehr interessiert – und das gleich wochenlang. Das hat uns dann bestätigt, dass es richtig war, ihn selbst entscheiden zu lassen 🙂
      Wie du sagst, alles in einem guten Maß.

      Wir wünschen dir alles Liebe,
      Nadine und der Rest

      • Liebe Nadine,
        ich finde es sehr schwierig, die Kinder selbst bestimmen zu lassen. Wir haben auch keinen Fernseher, aber natürlich Computer und iPad. Wenn meine Söhne (6 und 4) das iPad in die Hand bekommen, wollen sie nichts anderes mehr. Ich kann es nicht aushalten, den Großen in eingerollter Haltung auf der Couch zu sehen, wie er nicht mehr ansprechbar ist. Dasselbe ist mit meiner Tochter passiert. Als sie mit 12 ihren iPod geschenkt bekommen hat (von ihrem Papa, von dem ich getrennt lebe) habe ich sie nicht mehr zu Gesicht bekommen. Ich habe sie schon scherzhaft „iPod auf Beinen“ genannt. Jetzt ist sie 18 und merkt selbst, dass ihre Konzentration nicht die Beste ist. Sie will lernen und kann nicht, das beschert ihr Mordstress weil sie im Frühjahr ihr Abi machen will. Ja, sie will es so. Ich würde sie sofort aus der Schule nehmen und habe das seit Jahren angeboten. Aber sie will Lehrerin werden 🙂

        Also, ich kann nicht bestätigen, dass sich das von selbst reguliert. Vor allem Spiele am iPad oder iPod haben immer noch ein Level, das man schaffen will, das endet nie. Und die Jungs spielen dann jeder für sich allein und gehen nicht mehr in den Garten und wollen nicht mehr mit den Nachbarskindern spielen etc.
        Ich habe einfach nicht den Mut, es auszuprobieren. Am Wochenende dürfen sie an den Computer, um Sendung mit der Maus o. ä. zu sehen. Die ganze Woche fragen sie danach und es bringt viel Unfrieden in unseren Alltag. Ich habe schon überlegt, den Computer ganz abzuschaffen, aber das ist nicht gut möglich, da mein Mann übers Internet arbeitet 🙂

        Liebe Grüße, Ines

        • Hallo liebe Ines,

          ich kann gut nachvollziehen, dass es dich stört, wenn deine Kinder nicht mehr ansprechbar auf der Couch sitzen! Das würde mich auch nerven, aber es nervt dich, nicht deine Kinder 😉
          Wir hatten auch Phasen, in denen Lysander mehrere Tage am Stück wirklich nur vor dem iPad sitzen wollte. Wir haben das dann einfach akzeptiert und ihm in dem Punkt vertraut. Es hat geklappt. Ich kann nicht sagen, wie es bei Kindern ist, die Freunde haben, welche ebenfalls viel vor Geräten sitzen. Evetuell muss man da noch einmal einen Unterschied machen, doch das liegt einfach an unserer verdrehten Gesellschaft! Ich muss gestehen, dass wir nicht viel Kontakt zu „normalen“ Kindern haben und ich es so schlecht einschätzen kann. Ich weiß aber, dass man seinem Kind manchmal einfach vertrauen muss. Und wenn sie dann 2 Wochen nur davor sitzen, dann ist das eben so. Wobei wir aber auch nicht erziehen, was wieder einen Unterschied macht. Du siehst, man kann es wirklich nicht pauschalisieren und meist ist es individuell. Es kommt eben darauf an, wie in der Vergangenheit damit umgegangen wurde. Ich selbst saß mit 13/13/15 Jahren wirklich ganze Nächte (bis zu 8h am Stück) vor dem Computer. Es hat mich einfach interessiert! Mein Vater ist fast verrückt geworden, hat den Router und manchmal den Strom abgeschalten. Und was ist passiert? Als mein Wissensdurst gestillt war und ich fit in Sachen Computer war, musste ich nicht mehr stundenlang davor sitzen. Dann wurden die Freunde wieder wichtiger und der PC war nicht mehr so interessant. Das pendelt sich ein! Es gehört eben zu unserem Alltag dazu und das Angebot ist da – in manchen Fällen leider. Doch auch wenn sie vor iPad und Co sitzen, heißt das nicht, dass deine Kinder kein Interesse mehr an anderen Dingen haben. Zumal die Geräte auch einen Lerneffekt haben können 🙂

          Ich hoffe ihr findet einen Weg, der für alle passt!
          Alles Liebe,
          Nadine

  4. Wir machen das eigentlich genau wie ihr, obwohl es mit dem selbsteinteilen beim film gucken noch nicht so gut klappt. Unsere jungs wollen phasenweise jeden Tag fast eine Stunde was schauen und das finde ich zu viel.Aber vielleicht versuchen wir es auch mal sie einfach zu lassen und zu sehen ob sie das doch regulieren können. Danke für die Idee ❤

    • Hat es bei uns anfangs auch nicht 😉 Das kam erst nachdem wir es einfach zugelassen hatten, dass Lysander wirklich 1 Woche lang nur Filme angeschaut hat! Da haben wir uns Sorgen gemacht 😉 Zum Glück mussten wir schlußendlich doch nicht regulieren. Alles Liebe!

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