Einfaches Leben – für unsere Kinder – für uns – erstrebenswert?

Es hagelt haufenweise Kritik und viele verstehen den Hype um den Minimalismus nicht. Dabei ist es gar kein Hype, sondern er war schon immer da. Der einsame Eremit im Wald, die ausgestiegene Familie oder der Mann, der auf einem Boot die Welt umsegelt – alles Minimalisten, wie wir heute sagen würden. Auf unterschiedlichen Wegen suchen viele Menschen ein einfaches Leben. Warum? Weil lauter, schneller, besser und bunter nichts für jeden ist. Vielleicht fühlen sich manche von euch dort wohl, doch wir und viele andere nicht.

Warum sollte ein einfaches Leben erstrebenswert sein?

Weil Stress schädlich ist. Auch auf lange Sicht hin, ist es nicht schön oder gar gesundheitsfördernd, ständig genervt oder entnervt zu sein. Weil Reizüberflutung unsere Sinne abstumpft und krank macht, ebenfalls auf lange Sicht gesehen alles andere als erstrebenswert. Und weil man sich für seine Kinder ein schöneres Leben wünscht. Die Menschen sind teilweise mit dem Leben in den Industrieländern derart überfordert, dass wir mit modernen Zivilisationskrankheiten wie Burn-Out und Depressionen zu kämpfen haben. Ein einfaches Leben ohne unnötigen Ballast kann sehr befreiend sein, den Stress unglaublich reduzieren und ist für uns damit absolut erstrebenswert. Wir wollen glücklich sein und auch, dass unsere Kinder glücklich sind. Nach dem Motto: Höher, schneller und weiter, funktioniert das nicht.

Auf das Wesentliche konzentrieren

Sich auf das Wesentliche konzentrieren zu können, beeinflusst unser Leben erheblich und lässt uns auf Gedanken kommen, die vorher nie da waren. Materiellem Überfluss zu entsagen, bringt uns tatsächlich weiter, denn wir werden nicht mehr unnötig abgelenkt. Miteinander in Beziehung zu treten wird einfacher, wir werden schließlich nicht mehr zu sehr von unserem Besitz in Beschlag genommen. So hat sich beispielsweise die Beziehung zu Lysander, die ein wenig gelitten hatte, nachdem unsere Aurelia geboren wurde, wieder deutlich verbessert, seit wir minimalistisch unterwegs sind. Wir waren uns nicht bewusst, welchen Effekt ein einfaches Leben haben kann, wenn es um Beziehungen geht.

Die völlig überladene Wohnung mit Besitztümern, die wir teilweise gar nicht benutzen, lenkt uns vom Wesentlichen ab. Wir müssen die Gegenstände kaufen, und somit vorher auswählen. Wir müssen sie instand halten, das kostet Zeit und Geld. Wir müssen sie putzen und gegebenenfalls immer wieder aufräumen, was ebenfalls Lebenszeit kostet, die wir uns sparen können. Es gibt Wichtigeres.

einfaches leben erstrebenswert

Ein einfaches Leben bedeutet nicht zu verzichten

Wir füllen unsere Wohnungen um uns lebendig zu fühlen, sind wir doch ständig beschäftigt. Wir haben kaum Zeit, die Dinge, die wir uns kaufen um uns besser zu fühlen auch zu verwenden. Der Sinn erschließt sich nicht immer, doch genau das ist, was die Werbung mit uns macht. Es wird mit unseren Gefühlen gespielt und wir meinen, der inneren Leere entgegenwirken zu können, indem wir konsumieren. Also verzichten wir (für uns) keineswegs. Für uns ist es ein Gewinn. Wir lieben es, wenig zu brauchen und „trotzdem“ glücklich zu sein. Das Glück hängt nicht vom Besitz ab, sonst wären wir wohl sehr glückliche Menschen gewesen, als wir noch ein anderes Leben geführt haben. Waren wir aber nicht. Verzicht ist ein so negativ behaftetes Wort und sollte mit dem Minimalismus eigentlich gar nicht in Verbindung gebracht werden. Ein einfaches Leben bringt nur Vorteile, nicht nur für uns Menschen – by the way – und das soll nicht mit einem so unglücklich gewählten Wort in einer Zeile stehen.

Für unsere Kinder und für uns

Wir erziehen unsere Kinder nicht. Wir erziehen ihnen auch kein einfaches Leben an und sie müssen unsere Ansichten nicht teilen. Sie sind zufrieden mit dem Ist-Zustand und das ist, was wir für erstrebenswert halten. Sie sind glücklich und frei. Zwar besitzen unsere Kinder wohl mehr persönliche Gegenstände als wir, doch auch das wird sich sicher irgendwann ändern, da sie nicht einmal die Hälfte davon tatsächlich benutzen und schon gar nicht dann, wenn das Leben überwiegend draußen stattfindet. Ameisen sind 1000 Mal interessanter als jedes Spielzeug. Es sei denn, andere Kinder sind in der Nähe und packen ihr Spielzeug aus 😉 Doch das ist wieder ein anderes Thema.

Es ist uns wichtig, dass die Menschen verstehen, dass wir hier niemandem etwas aufzwängen! Hier darf jeder dem nachgehen, was er für richtig hält. Das gilt für uns und auch für unsere Kinder. Sie wollen dieses Leben, es gefällt ihnen und sie leiden ganz sicher nicht darunter. Wozu ein vollgestopftes Kinderzimmer, wenn ihnen die ganze Welt als Spielzimmer offensteht? Warum auf eine handvoll Menschen begrenzen, wenn die Erde so viele und vor allem unterschiedliche Menschen beherbergt? Einfachheit schafft mehr Bewusstsein. Für uns selbst und unsere Umwelt. Wäre das nicht erstrebenswert, statt ein Leben lang blind durch die Lande zu ziehen? Das wünschen wir unseren Kindern, dass sie immer ihre Augen offen halten, bewusst umherziehen, die Fähigkeit besitzen, tatsächliches Glück zu empfinden und das wahre Leben kennenlernen. Das ist, was ein einfaches Leben mit uns macht.

Wer die Freiheit kennt, hat es leichter seinen eigenen Weg zu gehen, statt materiellem hinterherzueifern, muss sich nicht fremdbestimmen lassen und hat mehr Zeit. Wer will schon abhängig sein? Wir können innere Unzufriedenheit gegen ein sinnvolles, erfülltes Leben tauschen, indem wir uns der Einfachheit zuwenden. Ganz nebenbei verbessern wir damit auch noch unseren ökologischen Fußabdruck 🙂

Unser Standpunkt dürfte klar sein. Wir wollen es so. Es macht uns Spaß. Auf ein einfaches, aber schönes Leben!

In diesem Sinne wünschen wir euch ein wunderschönes neues Jahr 2017. Dass all eure Wünsche in Erfüllung gehen und ihr alle schön gesund und munter bleibt 🙂

Eure Ökofamilie

 

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Comments

Kommentare

2 Kommentare

  1. Liebe Ökofamilie,
    vielen Dank für euren blog und die darin enthaltenen Denkanstösse und Inspirationen und das ihr nicht missioniert. Leben und leben lassen, aber auch mal über den eigenen Schatten nachdenken, genau das, was ich gut finde und tue.
    In diesem Sinne wünsche ich euch von Herzen ein gesundes und schönes neues Jahr auf eurem Weg!!!
    Herzlichst
    Sandra aus Hamburg

    • Hallo liebe Sandra,

      vielen lieben Dank für deine Worte! Es ist schön zu lesen, dass unsere Artikel gefallen finden. Missionieren ist nie gut und macht auch keinen Sinn. Ich denke, solange wir dort, wo wir sind zufrieden sind, ist es gut für uns. Wenn nicht sollte man etwas ändern 😉 Zum Glück leben wir in einer Welt, in der fast alles möglich ist und jeder seinen Weg finden kann – wir haben so ein Glück!

      Ganz liebe Grüße,
      Nadine

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