Kindergartenfrei den Alltag gestalten #Woher kommt die Bildung?

Wenn man seine Kinder selbst betreut, also kindergartenfrei aufwachsen lässt, kommt oft die Frage nach dem Wie. Gefolgt von der Frage, wie man seinen Kindern selbstständig die Welt näher bringt. Wie soll es denn etwas lernen? Im Prinzip ist das relativ simpel, wenn man sich einfach bewusst damit beschäftigt. Kinder brauchen keine aufwendig gestalteten Experimente, oft sind es die einfachen Dinge, die das Interesse wecken und die Kinder erledigen den Rest oft von selbst. Wobei sich die Frage stellt, ob frühkindliche Bildung überhaupt nötig ist? In den letzten Jahren wurde das Augenmerk verstärkt auf die Bildung gelegt, die Bundesländer haben Bildungspläne ausgearbeitet, die zwar lediglich zur Orientierung dienen, jedoch manchmal zu ernst genommen werden. Die Erzieher/innen sollen den Kindern mathematische, naturwissenschaftliche, technische und musikalische Bildung näher bringen. Darüber hinaus soll die kindliche Entwicklung, Bildung mit eingeschlossen, genau dokumentiert werden, um zB. festzustellen, ob eine Sprachförderung notwendig ist. Welchen Sinn das ergibt und ob es unsere Gesellschaft vorwärts bringt, wird sich zeigen. Fest steht, man kann nicht alle Kinder gleichzeitig für eine Sache begeistern, im Grunde genommen ist es dasselbe wie in den Schulen.

Eltern können ihren Kindern besagtes Wissen deutlich besser vermitteln. Jedes Kind begreift anders und im Kindergarten wird pauschalisiert, da bleibt das ein oder andere Kind auf der Strecke. Schlimm genug, dass wir überhaupt kleine Kinder mit Wissen überhäufen. Leute, es kommt von selbst! Jedes Kind WILL lernen. Kinder wollen ein Teil der Gesellschaft sein, sich mit einbringen, wissen was andere auch wissen und können was andere auch können.

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Kindergartenfreier Alltag – woher kommt die Bildung?

Theorie ist für Kinder im Alter von bis zu 6 Jahren eher langweilig. Kinder wollen Action, Spiel und Spaß. Dabei einen Lerneffekt zu erzielen ist relativ einfach, vor allem wenn man nicht an gewisse Themengebiete gebunden ist. So kann man direkt und mit voller Konzentration auf die jeweiligen Interessen eingehen, ohne dass das Kind abgelenkt wird. Vor allem zu große Gruppen, wie es im Kindergarten der Fall ist,  mindern die Lust daran Neues auszuprobieren. Wenn 20 Kinder sich mit einer Sache beschäftigen wollen, es aber nur 5 Testobjekte gibt, wird das einfach langweilig und das Interesse schwindet.

Kindergartenfrei lernen

Wir nehmen das Beispiel Wald. Der Wald ist Spielplatz, Ruhepool und Lernort zugleich! Wir lernen etwas über Tiere und Pflanzen, lernen unseren Körper besser kennen, lernen ihn zu kontrollieren, verbessern unsere Koordination und lernen zuzuhören, auch einmal still zu sein. Vor allem wenn wir länger an einem Ort verweilen, stellen wir erstaunliche Dinge fest. Für Kinder ist das unglaublich spannend und die Fragen, sowie das Interesse kommen ganz von selbst. Nehmen wir an, wir sitzen an einem Bachlauf im Wald. Da kommen Fragen auf wie: Wo fließt das Wasser hin und wo kommt es her? Warum kommt es aus der Erde und gibt es darin Fische? Wenn es keine Fische gibt, wer lebt dann darin? Woher kommt das Blatt das da schwimmt? Welcher Baum hat es verloren und wie heißt er? Trägt der vielleicht auch Früchte? Kann man die essen und wann sind sie reif? Essen das die Tiere die hier leben? Welche Tiere leben hier? Ihr seht, es hört niemals auf. Das Wissen, welches man sich mit Hilfe der unmittelbaren Umgebung aneignet ist nachhaltiger, als wenn sich ein Kind alles in einem Buch ansieht.

Unser Lysander kocht zum Beispiel sehr gerne. Er nimmt auch mal den kompletten Ablauf selbst in die Hand. Dabei lernt er beispielsweise zu zählen. Was brauche ich und wie viel davon, damit es auch schmeckt? Er lernt dabei nicht nur das Zählen, sondern auch, dass es verschiedene Maßeinheiten gibt, was diese bedeuten und wie man damit umgeht. Er lernt dabei, welche Lebensmittel gekocht oder nur gegart werden, wir erzählen ihm dabei, wie es mit den Nährstoffen aussieht und er fragt von sich aus, was für welches Körperteil gut ist. So isst er Karotten, damit er auch im Dunkeln gut sieht und Äpfel, damit seine Zähne so gesund bleiben wie sie sind. Ebenso weiß er dadurch, wie sich Wasser bei welchen Temperaturen verhält und warum. So fällt es ihm auch leicht, Verknüpfungen zu anderen Bereichen herzustellen und so geht es immer weiter. Never ending story!

Was wir sehr gerne machen, ist Museen zu besuchen. Lysander liebt Museen und ist dann so aufgeregt wie andere Kinder, wenn es um Disneyland geht. Über ganz Deutschland verteilt findet man überall Museen die sich, oder Teile ihrer Ausstellung, auf Kinder spezialisiert haben. Ganz besonders hoch im Kurs stehen bei uns die Mitmachausstellungen. Für uns ein toller Zeitvertreib mit Lerneffekt.

Auch eine tolle Sache, mit der wir unseren Kindern geschichtliches näher bringen, sind Besuche auf Burgen, Schlössern und anderen geschichtsträchtigen Orten. Da wird die Geschichte ein klein wenig lebendiger und die Kinder dadurch auffassungsfähiger. Der Rest kommt wieder von selbst! Und für die vielen vielen Fragen gibt es hier nette und hilfsbereite Menschen, die uns das ein oder andere Mal schon sehr weitergeholfen haben.

Nahezu alle Kinder tanzen sehr gerne. Das wirkt sich natürlich auch positiv auf die Kinder aus und beschränkt sich dabei nicht nur auf die physische Entwicklung. Die Förderung von Fähigkeiten wie der Konzentrations- und Merkfähigkeit, Ausdauer, Kraft, Rhythmusgefühl, verbesserte Sinneswahrnehmung, ergibt sich beim Tanzen gleichermaßen wie beim Singen. Beides zusammen verbessert die Lernfähigkeit ungemein und beides steht bei uns hoch im Kurs. Wir drehen gerne mal die Musik lauter, singen und tanzen dabei ausgelassen zu der Musik, die unsere Kinder mögen. Singen wiederum stärkt das Selbstwertgefühl :).

Und selbst wenn man den Haushalt erledigt, können Kinder etwas dabei lernen. Wir übertragen bestimme Aufgaben auf unsere Kinder, die sie mal mehr und mal weniger ernst nehmen. Sie sehen aber die Konsequenzen, wenn etwas nicht erledigt wurde und bekommen so ein gutes Gefühl dafür, was es bedeutet Verantwortung für etwas zu übernehmen.

Jedes Kind liebt basteln. Das sollte man ausnutzen! Es schult die motorischen Fähigkeiten und wenn wir es mit unseren Kindern gemeinsam machen, ist die Freude über das Gebastelte umso größer. Dazu braucht es auch keine besonderen Bastelutensilien. Kinder sind so kreativ, fragt eure Kinder einfach was sie gerne basteln würden. Schere und Kleber haben wir alle meist vorrätig 😉

Kinder lernen eigentlich immer. Kindergartenfrei haben sie aber eher die Möglichkeit ihre individuelle Persönlichkeit, die eigenen Stärken und die eigenen Interessen herauszufinden. Ständig gibt es etwas Neues zu entdecken und wenn es nur ein Steinchen ist. Auch ein Stein sagt vieles aus. Seine Größe geht mit seinem Gewicht einher und je größer ein Stein ist, desto schwieriger wird es ihn zu werfen. Es gibt alte Steine, klitzekleine Steine, große Steine, Steine mit einer Geschichte, Steine aus verschiedenen erdgeschichtlichen Zeiten und ganz besondere Steine mit bestimmten Eigenschaften. So vieles klingt oder ist für uns ganz banal, doch unsere Kinder ziehen ihren Nutzen daraus und manchmal merken wir es gar nicht. Hin und wieder kommt Lysander und stellt interessante Vergleiche auf, wobei er Dinge mit einbezieht, von denen wir dachten, sie seien unwichtig.

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Allgemein lernen wir hier spielend. Wir machen nichts mit der konkreten Absicht etwas zu lernen. Zumal sich unsere Kinder noch im „Kindergartenalter“ befinden. Doch gerade, weil kein Zwang dahintersteckt funktioniert es so gut und wir werden es genauso weiterführen wie bisher. Natürlich werden die Themen immer komplexer und irgendwann gehen uns vielleicht einmal die Antworten oder Ideen aus. Aber für diesen Fall gibt es über den ganzen Erdball verteilt andere Menschen, die uns bestimmt bei der ein oder anderen Sache weiterhelfen können. Das Internet ist eine tolle Anlaufstelle, YouTube erklärt fast alles und es gibt unzählige Blogs mit Ideen für kindergartenfrei aufwachsende Kinder. Es ist heutzutage so leicht, an Informationen zu kommen. Wir als Eltern müssen nicht alles wissen, im Gegenteil, es macht großen Spaß die Dinge gemeinsam mit den Kindern herauszufinden. So haben wir selbst auch noch etwas dazugelernt.

Das sind nur ein paar Anregungen, wie wir unseren Kindern die Dinge vermitteln und es gibt noch viel mehr. Oft ist es gar nicht so schwer, man stellt es sich nur so vor – bzw. es ist nur so schwer, wie man es sich selbst im Kopf zusammengebastelt hat. Man muss es nicht so machen, es ist aber eine Möglichkeit von vielen. Wir wollen allen da draußen Mut machen, die eventuell mit dem Gedanken spielen ihre Kinder selbst zu betreuen, sich aber Sorgen darüber machen, ob das Kind zu Hause auch genügend lernt. Wir können euch versichern, das wird es 🙂

Habt ihr noch Ideen? Betreut ihr eure Kinder selbst? Wäre kindergartenfrei vorstellbar für euch? Wir wollen gerne wissen, wie ihr darüber denkt! Schreibt uns doch einen Kommentar und lasst uns in Kontakt bleiben 🙂

Eure Ökofamilie

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Kommentare

4 Kommentare

  1. Meine Kinder sind zwei mal 5 Jahre alt und ein mal zwei Jahre alt und alle drei gehen nicht in den Kindergarten. Die Großen haben sich bewusst dagegen entschieden, nachdem sie mit drei Jahren ein Jahr im KiGa waren. Seitdem sind sie zuhause und wir genießen es jeden Tag. Ich kann mir nichts besseres vorstellen!;) LG

  2. Hallo liebe Jaqueline,
    freut mich, dass ihr eure gemeinsame Zeit genießt. Genau so soll es sein!
    Liebe Grüße,
    Nadine

  3. Deine Erziehung ist so eine tolle Inspiration für mich und deine Kinder sind glücklich und interessieren sich für soviel! Schade das ich dein Blog nicht viel eher schon Entdeckt habe.

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