Kindergartenfrei eine Frage des Geldes? Oder wie macht man das?

Die Frage nach den Finanzen ist wohl die am häufigsten gestellte überhaupt, wenn es um das Thema kindergartenfrei geht. Viele Familien sehen keinen Ausweg, weil sie auf 2 Gehälter angewiesen sind oder zumindest denkt man, man ist es. Man möchte seine Kinder gerne selbst betreuen und kindergartenfrei aufwachsen lassen, weiß aber nicht wie. Liebe Mamas und Papas da draußen, es geht! Hier möchte ich euch ein paar Dinge erzählen, aufzeigen und euch ein wenig inspirieren. Vielleicht denkt die/der ein oder andere um und findet einen Weg aus dem vermeintlichen Teufelskreis. Vorneweg: Hier geht es nicht um die Gründe. Also kein Für und Wider! Das findet ihr hier. Wenn ihr euch Sorgen um das Sozialleben macht, lest hier weiter. Ja, es gibt Ausnahmen. Situationen, in denen Fremdbetreuung einfach nötig ist – das wissen wir! Wir richten unsere Worte aber an diejenigen, die prinzipiell genügend finanzielle Mittel haben.

Will ich Kinder oder Luxus? 

Wer Kinder bekommt, hat sich bewusst dafür entschieden – überwiegend zumindest. Ebenso kann man sich bewusst dazu entschließen, für seine Kinder da zu sein. Denn Kinder brauchen ihre Eltern und keine Fremden, die dafür bezahlt werden, die Kinder zu bespaßen. Sie nicht in eine Einrichtung zu stecken, weil man sein Kind gerne um sich hat, gerne die Fortschritte sehen möchte, am Leben des Kindes teilhaben will, ist wunderschön und gar nicht teuer.

Wer keinen Bock hat, sich für seine Kinder ein klein wenig einzuschränken, braucht an dieser Stelle nicht mehr weiterlesen. Ihr seid jetzt Eltern und dafür sollte man auch einiges „opfern“ können. Theoretisch ist opfern das falsche Wort, denn eigentlich gewinnt man nur dazu – vor allem Verständnis. Eine Anleitung, die auf jeden passt, gibt es leider nicht. Wir können euch hier lediglich Vorschläge machen, Anstöße und Tipps geben, die aber nur Früchte tragen, wenn man sie auch umsetzt oder darüber nachdenkt.

Was kann ich tun, damit das Geld ausreicht?

Uns hat es sehr geholfen, einmal einen Monat lang alles aufzuschreiben und dann mit dem zu vergleichen, was wir tatsächlich gebraucht haben. Fast die Hälfte kann man sich locker sparen, ohne dass man darunter leidet, bzw. überhaupt einen Unterschied spürt.

Muss es unbedingt der Zoo sein, oder reicht der kostenlose Tierpark um die Ecke aus? Und statt dem Indoorspielplatz oder Freizeitpark einen Tag auf dem Waldspielplatz verbringen, macht auch einen großen Unterschied (Pluspunkt: keine Überreizung und echte Erlebnisse). Wer aufmerksam ist, findet kostenlose Angebote, z.B. Museen, oder Tage, an denen Väter freien Eintritt haben usw. Braucht man ein Reihenhaus, oder ist eine Wohnung nicht auch gut genug? Kann man eventuell umziehen, um etwas einzusparen? Muss es ein neues Auto sein, oder tut es auch ein Gebrauchtes? Braucht man einen Kredit, oder kaufe ich lieber Dinge, die ich auch bezahlen kann? Ist der Nagellack nötig, schaffe ich es zeitlich überhaupt, meine Nägel zu lackieren? Brauche ich ein neues Oberteil, oder sollte ich meine Garderobe lieber ein wenig ausmisten? Der klassische Wochenplan mit Einkaufszettel spart viel Geld, wenn er denn tatsächlich angewandt wird. So verdirbt nicht allzu viel und wir haben mehr Geld übrig.

Es hilft wirklich, alles zu überdenken. Alles. In jedem Bereich unseres Lebens gibt es Dinge, die wir von nun an nicht mehr brauchen und manchmal sogar gar nicht mehr wollen. Ich selbst habe aufgehört mich zu schminken, Klamotten zu kaufen, die ich sowieso nicht mehr tragen kann und die Schuhsammlung musste auch daran glauben. Die Wirklichkeit sieht so aus, dass ich kein bisschen darunter leide, eher fühle ich mich befreiter und ungezwungener, obwohl ich anfangs große Zweifel hatte. Es sieht sehr komisch aus, wenn ich mein Kind in hohen Schuhen durch die Stadt trage – das ist einfach nicht echt.

Kinderkram – was braucht man wirklich?

Wenn man sich klar macht, dass Kinder tatsächlich mit wirklich wenig auskommen, kann es für die ganze Familie günstiger werden. Kein Kind braucht ein Zimmer voller Spielzeug. Vielleicht ist das für manche von euch zu viel des Guten, doch wenn man kein klassisches Kinderzimmer einrichten muss, kann man das Geld für Wichtigeres ausgeben. Wir haben in unserer Wohnung immer im Familienbett geschlafen und haben keine Wiege und kein extra Bett benötigt. Ebenso haben unsere Kinder keinen eigenen Kleiderschrank gebraucht. Ihnen ist es völlig egal, wo die Kleidung aufbewahrt wird! Beobachtet doch einmal, mit welchem Spielzeug eure Kinder wirklich spielen. Meist sind es nur ein paar Spielzeuge und der Rest verstaubt in der Ecke – rausgeworfenes Geld. Spielzeuge bewusst aussuchen, statt einfach zu kaufen macht einen Unterschied.

Ein Kindergarten kostet auch Geld!

Wer kindergartenfrei lebt, kann sich natürlich auch das Geld für den Kindergarten sparen. Wozu sollte man jemanden für etwas bezahlen, was man gut und gerne selber machen kann? Ein wirklich guter Kindergarten ist teuer und was bleibt, wenn die Mutter halbtags arbeiten geht, abgezogen der Kindergartenbeiträge? Lohnt sich das? Nicht immer. Und wenn ich nun ein klein wenig mehr zur Verfügung habe, ist es das wert? Meine Kinder nicht aufwachsen zu sehen? Ist materieller Besitz wirklich wichtiger?

Minimalisiert euch und eure Wohnung

Man möchte kaum glauben, wie viel Geld man mit Dingen machen kann, die nicht mehr gebraucht werden. Sich selbst, das eigene Leben und die Wohnung zu minimalisieren sind gute Mittel und Wege zu mehr Geld zu kommen. Regelmäßiges ausmisten hilft euch nicht nur persönlich weiter, sondern auch eurem Geldbeutel. Ein toller Anfang ist der Kleiderschrank. Auf eBay-Kleinanzeigen oder Plattformen wie Kleiderkreisel wurde ich meine Sachen immer los – solange es sich nicht um uralte Kleidung handelte. Habt ihr noch immer tonnenweise Kinderkleidung auf dem Dachboden? Der Großteil kann doch sicher weg oder? Wie schaut es mit Büchern aus? Ich hatte eine Menge davon und das Meiste wurde ich bei Momox für gutes Geld los. Die Entscheidung kindergartenfrei zu leben, kann weitreichende Folgen haben, Positives, sowie Negatives zum Vorschein bringen. Auf jeden Fall sind wir dann um einige Erfahrungen reicher. Wenn man einen Weg finden muss, weil man wirklich will, findet man einen!

Kindergartenfrei muss man sich leisten wollen

Überall liest man, man muss es sich leisten wollen. Sicher ist das auch so, aber es ist noch immer Ansichtssache (Fakten einmal ausgenommen, das sprengt den Rahmen). Wenn man kindergartenfrei per se ablehnt, ist das eben so. Aber dann möchte man sich bitte nicht über diejenigen auslassen, die diese Entscheidung getroffen haben und dieses Leben lieben. Ja, wir sind glücklich weniger zu brauchen! Ja, es ist schön, mit wenig auskommen zu können! Und ja, vielen anderen Familien geht es ebenso. Seht es nicht so eng und bleibt flexibel, dann ist kindergartenfrei auch gar nicht mehr so kostspielig.

Bis dahin – eure Ökofamilie

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