Langzeitreisen als Familie und wie man das realisieren kann – Teil 1

Öko und reisen? Klar, das geht! Wir sind als Ökofamilie in der Welt unterwegs und sehen darin keinen Widerspruch. Ganz im Gegenteil. Wir sind Teil der Welt und wollen uns nicht beschränken. Deshalb haben wir im Frühjahr diesen Jahres beschlossen, erst einmal für unbestimmte Zeit auf Reisen zu gehen und bekommen viele Fragen dazu! Deshalb gibt es ab sofort eine neue Rubrik auf unserem Blog. Langzeitreisen als Familie – viele von euch denken da wohl an gut betuchte Menschen oder an das genaue Gegenteil. So muss das aber nicht sein. Man muss nicht zwingend ein prall gefülltes Bankkonto haben und ganz ohne Geld, wie viele das machen, ist sicher auch nicht so prickelnd. Es gibt einen guten Mittelweg, den wirklich jeder für sich und seine Familie realisieren kann! Im ersten Teil widmen wir uns den Vorbereitungen und wie man möglichst schnell das Geld für eine Langzeitreise zusammenbekommt.

Seid flexibel und bleibt geschmeidig

Versteife dich nicht auf einen ganz bestimmten Weg. Es führen schließlich viele Wege nach Rom. Reisen mit Kindern ist immer ein Abenteuer für sich und eine ganz andere Erfahrung, wie wenn man die Welt alleine oder nur zu zweit bereist. Auf jeden Fall, gibt es nicht nur die eine Möglichkeit oder den einen Weg. Jeder muss seinen ganz eigenen Weg finden und sich von gewissen Vorstellungen verabschieden. Am Ende kommt es immer anders als man denkt. Menschen wollen immer vorgefertigte Lösungen und vergessen dabei, dass die Menschen, die eine Sache durchgezogen haben, auch keine hatten! Man muss es einfach wagen, anders geht es einfach nicht. Machen. Nicht warten. Lebe deine Träume und träume nicht dein Leben. Außer es gefällt dir. Dann bleib wo du bist und mach es dir gemütlich 😉

langzeitreisen mit kindern

Das kann ich mir doch gar nicht leisten

Wenn du es dir nicht leisten willst oder keine Lust hast, auf ein wenig Komfort zu verzichten, dann ist das so. Aber suche nicht nach Ausreden, sondern akzeptiere, dass du nicht möchtest. Dann bleibt es so und vielleicht ist es auch gut so, das ist gar nicht schlimm, du bist eben so! Wir selbst sind keine reichen Menschen, wir hatten keine Jobs, die uns Unmengen an Geld beschert hatten und wir haben auch keine reichen Eltern. Jahrelang haben wir nach einem Weg gesucht unseren Traum endlich verwirklichen zu können und es schließlich geschafft, indem wir uns von so mancher Vorstellung losgelöst haben. Es muss nicht das 4* Hotel sein und einen Pool brauchen wir auch nicht – Luxus wird sowieso gerne überbewertet. Das Erlebte zählt, die Erfahrungen, die man macht, alles andere ist Schnickschnack.

Langzeitreisen als Familie muss ein wenig anders organisiert werden. Man kann zwar einfach seine Sachen packen und auf gut Glück losziehen, doch ein klein wenig Vorbereitung ist doch ganz gut. Zuerst gilt es zu sparen! Ein kleines Polster schadet nicht, doch man braucht auch nicht so viel, wie man meinen möchte. Manche Familien gehen mit 3000 € los und andere mit 20.000 €. Kommt ganz darauf an, wie ihr auf eurer Reise leben wollt. Denkt darüber nach, spielt es ein wenig durch und entscheidet dann, mit wie viel Geld ihr starten wollt. Wenn man reist, bedeutet es nicht automatisch, währenddessen nichts mehr zu verdienen. Viele Langzeitreisende finden unterwegs Möglichkeiten ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, um so länger oder für immer reisen zu können.

langzeitreisen mit kindern

Lasst euch inspirieren! Macht euch einen Plan

Wir kaufen schon immer bio und fair. Auch unsere Kinder tragen hauptsächlich Ökokleidung und doch haben wir es geschafft unsere Ausgaben auf ein Minimum zu reduzieren, ohne dass wir darunter leiden. Wichtig dabei ist, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren! Es kann ernüchternd sein, noch ein Jahr warten zu müssen, weil die Kasse noch nicht stimmt. Nicht aufgeben! Hängt Bilder eurer Ziele in der Wohnung auf, versucht das Ziel ständig zu visualisieren, sprecht häufig darüber, auch mit euren Kindern und besucht vielleicht auch einmal (oder auch öfter) den Flughafen, den Bahnhof – wie auch immer. Hauptsache, das Reisegefühl kommt in euch auf. Das macht viel aus!

Seid immer offen für Neues und macht euch einen Plan. Klar hängt alles davon ab wie, wie lange und wohin ihr reisen wollt. Im Internet findet ihr haufenweise Blogs zum Thema Reisen, auch viele Blogs von reisenden Familien. Alle hatten sie einen Plan, von dem ihr euch inspirieren lassen könnt, um euch euren eigenen zu machen.

Überlegt, wie lange ihr reisen wollt und legt einen Betrag fest, den ihr bis zum Tag X beisammenhaben wollt. Wichtig ist auch das Ziel. Wollt ihr als Backpacker unterwegs sein, oder euch ein Wohnmobil mieten? Länger an einem Ort verweilen oder öfter hin und her reisen? In Asien oder Südamerika können 500-1000€ pro Monat (je nach Lebensstil) locker ausreichen. In Amerika oder Australien wäre das nicht möglich – wobei es mit einem Wohnmobil oder Zelt in greifbare Nähe rückt. Dann gilt es, eure Ausgaben und Fixkosten zu analysieren. Alles aufschreiben und Pläne machen. Erst dann wird einem so wirklich bewusst, auf was man gut und gerne verzichten kann und wie viel es tatsächlich einspart.

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Tipps um schnell an Geld zu kommen, um Langzeitreisen als Familie zu realisieren

  1. Umziehen – In Zukunft werdet ihr auch auf engerem Raum zusammenleben. Warum nicht schon einmal darauf vorbereiten und so auch noch die Reisekasse aufbessern.
  2. Ausmisten – minimalisiert euch. Auf einer langen Reise hat man auch nicht alles dabei, was man besitzt. Und doch reicht es aus. Warum nicht schon jetzt mit weniger auskommen? Die gängigen Portale sind eBay-Kleinanzeigen, Kleiderkreisel, Momox, Shpock usw. Wenn ihr euch ins Zeug legt, gehen die Sachen schneller weg, als man meint. Auch ein Flohmarkt kann eine tolle Sache sein, um seinen Kram loszuwerden. Vor allem Kinderspielzeug und Kleidung wird gerne gebraucht gekauft!
  3. Verträge kündigen – und zwar rechtzeitig. Die meisten Verträge laufen 24 Monate und müssen rechtzeitig gekündigt werden. Gegebenenfalls spart euch das einiges an Geld, wenn ihr bereits fast am Ende der Laufzeit seid. Zeitschriften, Handy, Internet, Versicherungen – da kommt einiges zusammen!
  4. Nutzt Angebote wie Foodsharing – um die Kosten für eure Lebensmittel zu minimieren und tut dabei noch etwas Gutes. Oder schaut beim Bauern um die Ecke vorbei, da bekommt ihr eurer Gemüse günstiger als im Bioladen.
  5. Gebraucht kaufen – Dinge, die ihr für eure Reise benötigt, wie z.B. einen Rucksack, kann man guten Gewissens auch gebraucht kaufen. Oft werden gerade Rucksäcke nur einmal genutzt und dann wieder verkauft. Aber auch, wenn eine dringende Neuanschaffung ansteht, wenn etwas irreparabel ist, lohnt es sich, auf den gängigen Plattformen nachzusehen.
  6. Free your Stuff – auf Facebook gibt es regionale Free your Stuff Gruppen. Dort werden Sachen verschenkt, statt verkauft!
  7. Auto verkaufen – habt ihr eines und wollt nicht unbedingt damit reisen, kann man in Erwägung ziehen, das Auto zu verkaufen. Oder gegen ein Wohnmobil tauschen 😉 Wer dringend auf ein Auto angewiesen ist, kann auch auf Carsharing und Co zurückgreifen.
  8. Bezahlt mit Bargeld! – erst dann sieht man, was man tatsächlich ausgibt. Wir bezahlen ständig mit unserer EC-Karte und verlieren so unsere Ausgaben völlig aus den Augen. Wenn man sieht, was man tatsächlich bezahlt, sieht die Sache wieder ganz anders aus und man ist eher geneigt, weniger auszugeben.
  9. Reparieren statt neu kaufen – kennt ihr schon die deutschlandweiten Repair-Cafés? Wäre es nicht besser, Kaputtes zu reparieren, statt wegzuwerfen und neu zu kaufen?
  10. Kostenlose Ausflüge – mit Kindern ist man gerne unterwegs und oft meinen wir, man müsse den Kindern Entertainment vom Feinsten bieten. Muss man nicht, es geht auch kostenlos. Unser Lieblingsziel ist der Wald oder der nahe gelegene See. Einen Berg besteigen stärkt ungemein und es kann durchaus eine spannende Sache sein, wenn man den Vögeln im nahe gelegenen Naturpark lauscht.
  11. Nutzt besondere Angebote aus – Schnupperstunden, Kindertage, Vätertage usw. Ganz bestimmt gibt es Angebote dieser Art auch in eurer Stadt. Vorlesestunden in der Bibliothek, offene Tage im Museum und, und, und.
  12. Ein Sparbuch oder Konto anlegen – und monatlich das Geld einzahlen, welches ihr eingespart habt. Zu sehen, wie die Reisekasse wächst, ist ein tolles Gefühl.
  13. Selbermachen – Kosmetik oder Putzmittel selbst herzustellen, ist nicht nur günstiger, sondern auch gesünder. Dasselbe gilt fürs Essen. Selber kochen statt Fertiggerichte.
  14. Hast du ein Baby? – Schon mal von windelfrei gehört? Spart jede Menge Geld und Müll 😉 Ausprobieren kann man immer.
  15. Flugportale beobachten – bleibt dran und schaut euch immer wieder auf Portalen wie Urlaubspiraten um, wenn ihr vorhabt, ans andere Ende der Welt zu fliegen. Error-Fares sind nicht selten! Wow air und Flynder sind super Portale, um bei der Flugbuchung zu sparen und man bekommt ein Gefühl dafür, was günstig ist und was nicht.

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Wie ihr seht, kann man in so ziemlich allen Bereichen des Lebens Geld einsparen, ohne auf etwas verzichten zu müssen. Man macht es sich gerne komplizierter als es ist. Aber so sind wir Menschen nun einmal 😉 Im nächsten Beitrag erzählen wir euch, wie und wo man als Familie günstig unterkommen kann, um Langzeitreisen als Familie möglich zu machen.

Bis dahin – Eure Ökofamilie

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Comments

Kommentare

8 Kommentare

  1. Oh ihr Lieben, unser Langzeitreisen startet zwar wohl erst in 2 oder 3 Jahren, aber wir schauen uns jetzt schon gern etwas von dem ab, wie ihr es handhabt. Tolle Ratschläge! Wir sind schon gespannt auf den nächsten Artikel. 🙂

    • Liebe Evelin,

      wir sind sehr gespannt wie es bei euch weitergeht und verfolgen euch total gerne. Das wird spannend, wenn es bei euch einmal losgeht 😀

      Ganz liebe Grüße 🙂
      Nadine

  2. Hallo liebe Ökofamilie,
    diese Frage bekommt ihr bestimmt oft gestellt: Wie könnt ihr Fliegen mit eurem Öko-Gewissen vereinbaren? Ich lebe, ähnlich wie ihr, als Hardcore-Öko ( 😉 ), mir würde aber im Traum nicht einfallen, zu fliegen, da es das umweltschädlichste ist, was man tun kann auf diesem Planeten. Ich finden reisen toll, aber dafür in ein Flugzeug steigen? Never! Es gibt so wunderschöne Ziele, die gut mit der Bahn, mit dem Rad oder sogar zu Fuß zu erreichen sind. Dann kommt man halt nicht nach Asien. Sein Heimatland oder die umliegenden zu erkunden, kann auch eine tolle Erfahrung sein. Das soll kein Angriff sein, versteht mich bitte nicht falsch. Nur für mich ist Fliegen eben absolut nicht mit dem Öko-Gedanken vereinbar.
    Liebe Grüße,
    Tordis

    • Hallo Tordis,

      klar, auf die Frage habe ich nur gewartet 😉 Wir haben viele Daten und Fakten studiert, auseinander genommen, versucht soweit es uns möglich ist zu überprüfen (gar nicht so einfach!) und sind für uns zu dem Schluß gekommen, dass wir das gut vereinbaren können. Der Flieger fliegt auch ohne uns und mittlerweile wissen die Fluggesellschaften, dass das ökologische Bewusstsein immer größer wird. So werden Flugrouten und Flugzeuge selbst klimaoptimiert und soweit angepasst, dass sie so wenig Schaden wie möglich anrichten. Wenn man vergleicht, wäre es um ein Vielfaches umweltschädlicher ein Kind zu bekommen, als mehrmals um den Erdball zu fliegen. Aber deswegen würde keiner auf Kinder verzichten oder 😉 ? Natürlich hast du recht und man kann auch zu Fuß oder mit dem Rad seine Umgebung erkunden, doch möchte ich nicht auf die wunderbaren Erfahrungen verzichten, die der Rest der Welt für uns bereit hält. Wenn es möglich wäre, würden wir ganz sicher einen anderen Weg nach Asien und Co gehen, doch dank der Politik ist das momentan nicht möglich und so ist man auf den Flieger angewiesen. Man muss auch alles in Relation zueinander sehen. Man sagt fliegen ist schädlich, aber alle anderen Transportmittel auch, außer dem Rad und unseren Füßen. Wenn ich einen anderen Weg, wohin auch immer, suche, komme ich vielleicht auf mehr CO2 und richten eventuell noch mehr Schaden an, die Gründe dafür können vielfältig sein. Wer will kann sogar den angerichteten Schaden beim Fliegen ausgleichen: https://www.atmosfair.de/de Wir sehen das so: Wir fliegen vielleicht einmal im Jahr, aber dafür hinterlassen wir kaum andere Spuren! Wir richten nicht ganz so viel Schaden an wie „normale“ Menschen und können das so gut miteinander vereinbaren. Kein Fleisch, kein Plastik, keine Heizung, kein übermäßiger Wasserkonsum da begrenzt, keine täglichen Autofahrten, keine Bahn, keine Windeln, kein Atomstrom usw. Die Liste ließe sich noch eine Weile fortführen. Ich hoffe, die Frage damit beantwortet zu haben 🙂 Und nein, ich sehe das nicht als Angriff, die Frage ist durchaus berechtigt!

      Ganz liebe Grüße,
      Nadine und der Rest 🙂

  3. Ihr Lieben, oh wow. So toll! Jetzt erst habe ich es geschafft, euren Artikel zu lesen. Warum nur? Wahrscheinlich, weil es früher nicht an der Zeit war. Doch gerade jetzt kommt er genau richtig! 🙂 Vielen Dank für die Erinnerungen zur Visualisierung. Zwar weiß ich das, doch manchmal rückt es im Kopf in eine Ecke und muss dort erst einmal wieder angeschubst werden. Erledigt. Ist angeschubst.

    PS: Ich liebe das letzte Bild, Nadine. <3

  4. Pingback: World Wide Web Week #01-2017 - Free Your Family

  5. Wie handhabt ihr das mit Konto, Versicherungen und Co? 🙂
    Du schreibst was von 500€ – 1000€ in Asien. Echt so viel? Wir leben jetzt zu dritt + großer Hund von circa 900€ im Monat mit Wohnung und was noch alles dazu gehört. Ich dachte es würde ein bisschen weniger auf Reisen 😉

    • Hallo Anna 🙂 Wir haben ein ganz normales deutsches Konto und eines bei einer Internetbank. Versicherung haben wir nur eine für das Auto und eine Unfallversicherung. Da unsere Kinder niemals, wirklich niemals krank sind und auch wir uns bester Gesundheit erfreuen, brauchen wir definitiv keine 🙂
      Ja man muss wirklich mit so viel rechnen. Auch wenn alle behaupten, es sei so günstig. Wenn du nicht unbedingt das Essen von der Straße möchtest (teilweise sehr fragwürdig) und keine Unterkunft in der es von Insekten wimmelt, musst du wirklich mit so viel rechnen. Klar, man kommt im Schnitt günstiger weg, aber nichtsdestotrotz ist es manchmal eine kostspielige Angelegenheit. Es kommen auch noch Kosten auf einen zu, mit denen man nicht gerechnet hat. Wenn etwas außergewöhnliches passiert oder wie auch immer 😉
      Alles Liebe,
      Nadine

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