Langzeitreisen mit der Familie Teil 2 – günstige Unterkünfte

Langzeitreisen mit der Familie Teil 2

So ihr Lieben, nun kommt der zweite Teil zu unserer Serie. Langzeitreisen mit der Familie muss nicht teuer sein und wer sich nicht auf Hotels versteift, kann sehr günstige Unterkünfte finden. Man meint, als Familie ist man auf Hotels und Co angewiesen, weil alles andere nur für junge Leute geeignet sei. Ist aber nicht so. Wie im ersten Teil bereits erwähnt: Flexibel und immer schön locker bleiben! Wer keine Lust hat, auf den Komfort eines Hotels zu verzichten, der kann natürlich auch nicht erwarten günstig wegzukommen. Du willst nach Neuseeland, aber eigentlich kannst du es dir gar nicht leisten? Amerika ist dein Traumziel, aber mit dem Geld schaut es eher mager aus? Wir haben hier einige Möglichkeiten zusammengetragen, wie man unterwegs günstig übernachten kann, auch in Ländern, die als teures Reiseziel gelten.

1. Reisen mit dem Zelt

Gerade als Familie kann reisen mit dem Zelt eine tolle Erfahrung sein und vor allem sehr günstig. In vielen Ländern ist es durchaus möglich, auch abseits von Campingplätzen sein Zelt aufzuschlagen. Damit wäre es eine der günstigsten Möglichkeiten und vor allem ist man relativ unabhängig. Zelt, Isomatte, Schlafsack, Gaskocher und Geschirr. In der Regel reicht die Grundausstattung und je nach persönlichen Vorlieben kommt noch etwas Kleinkram und natürlich Kleidung hinzu. Also auch in der Anschaffung kann alles sehr günstig erworben werden, wenn man das meiste nicht bereits besitzt. Für uns wäre es nicht unbedingt eine Dauerlösung, aber zeitweise ist das sehr spannend. Und gerade in Ländern, die dafür bekannt sind, eher zu den kostspieligen Reisezielen zu gehören, kann man so seinen Traum vielleicht doch noch wahr machen. Wer mit dem Zelt unterwegs ist und kein eigenes Auto hat, kann gegebenenfalls den Bus als günstiges Transportmittel nutzen und so auch noch viel von Land und Leuten selbst mitnehmen. Auto mieten wäre auch eine Möglichkeit, aber nicht immer die günstigste. Dann gäbe es noch die Variante, Autos zu überführen. Bei der Firma Hertz z.B. kann man Autos, Transporter und Co überführen, ohne etwas dafür bezahlen zu müssen. So ist man zwischen den Zielen relativ frei unterwegs und kann nahezu kostenlos vom einen Ort zum anderen reisen.

Campinmygarden ist hier eine nette Anlaufstelle, um auf jeden Fall legal unterwegs zu sein 😉

reisen mit der familie im zelt

2. Reisen mit dem Wohnmobil

Wie ihr wisst, reisen wir aktuell im Wohnmobil. Wenn das Mobil erst einmal bezahlt ist, kann man damit relativ kostengünstig reisen. Dabei gilt es Dinge wie Autobahnen und ständiges rumfahren zu vermeiden, ansonsten wird es wieder teurer. Mittlerweile kann man Wohnmobile auch mieten, privat sowie bei einigen Firmen, was aber immer mit einer Kaution verbunden ist. Eine beliebte Methode in den USA günstig von A nach B zu kommen, ist die Überführung von Wohnmobilen. Man muss kaum etwas bezahlen, wenn überhaupt etwas anfällt, einfach einmal danach googeln!

Zurück zum eigenen Mobil. Wenn man von Deutschland aus reist, bleibt meist nur Europa. Für einen Transport nach Übersee muss man locker mit ca. 2500€ rechnen, wobei selbst dann noch Gebühren für dies und das anfallen. Und man selbst muss ebenfalls auf die andere Seite gelangen. Auch wenn man auf diverse Inseln möchte, ist man gut mit 1000€ und aufwärts dabei.

Wenn man mit dem Wohnmobil unterwegs ist, sollte man auf jeden Fall ein wenig handwerkliches Geschick besitzen. Vor allem bei älteren Wohnmobilen geht gerne einmal etwas kaputt und man muss Hand anlegen. Zwar kann man in Europa auch Werkstätten aufsuchen, doch wenn man die Sprache nicht spricht, kann es kompliziert werden, da man längst nicht überall mit Englisch weiterkommt und die Menschen im Süden einem gerne die Story vom Pferd erzählen.

Man muss natürlich immer Wasser besorgen, die Toilette leeren und schauen, dass man genügend Gas hat. Leider ist das mit dem Gas ein wenig kompliziert, da es in Europa kein einheitliches System gibt, doch wenn es warm ist, braucht man nicht sonderlich viel davon. Wasser gibt es überwiegend kostenlos, außer in Gebieten, die zu den Touristenmagneten zählen. Teilweise hat man hier gar keine oder nur sehr wenige Versorgungsmöglichkeiten. Sogar Strom kann man manchmal umsonst bekommen, doch lohnt sich hier die Anschaffung einer Solaranlage, um unabhängig zu sein.

Langzeitreisen mit der Familie im Wohnmobil kann ein wirklich tolles Gefühl sein, vor allem ein sehr befreiendes. Du machst am Morgen die Tür auf und stehst vielleicht direkt am Meer – der Wahnsinn! Die Kinder können ihre Zeit grundsätzlich im Freien verbringen und alle sind entspannter, weil man nicht allzu viel tun muss. Aufgeräumt und sauber gemacht ist recht schnell und der Platz reicht wirklich aus. Du musst ja nur die Türe öffnen 😉

Auch hier kann man sich einmal auf campinmygarden umsehen!

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3. Kostenlos übernachten – Couchsurfing und Be Welcome

Beide Netzwerke sind sich relativ ähnlich, wobei Couchsurfing das größere von beiden ist. Man übernachtet kostenlos in privaten Betten. Es ist nicht dazu gedacht mal schnell einen kostenlosen Schlafplatz zu bekommen, eher steht dabei der kulturelle Austausch im Vordergrund. Unter Alleinreisenden sind beide Portale bereits bekannt, doch Familien scheuen sich noch immer ein wenig davor – zu unrecht! Es gibt bei Couchsurfing sogar eine Family-Group, es ist also durchaus üblich. Wichtig ist ein nettes Profil, das auch gepflegt sein will und bitte nicht einfach anschreiben und nie wieder melden. Das möchte man selbst auch nicht. Die Anmeldung selbst ist kostenlos! Nur für die Anreise muss man selbst aufkommen 😉

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4. Workaway und HelpX

Hier geht es darum, für seinen Schlafplatz und etwas zu essen auch etwas zurückzugeben. Beide Portale sind sich relativ ähnlich, wobei bei helpx mehr die landwirtschaftliche Arbeit im Vordergrund steht. Beides ist durchaus auch als Familie möglich, man muss nur fragen! Mittlerweile steht auch bei vielen Angeboten bereits dabei, dass Familien oder Menschen mit Kindern ebenfalls willkommen sind. Meist ist es nicht viel und gut mit Kindern zu bewältigen. Die Anmeldung kostet bei beiden 20€ und gilt für ein Jahr. Nach der Bezahlung hat man sofort die alle Möglichkeiten, das komplette Angebot zu benutzen. Wenn einmal nichts von Kindern dabeisteht, hat man bei workaway die Option „Familien möglich“ auszuwählen und kann so gezielt danach suchen und bei helpx ist es meist kein Problem.

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5. Hoteltester, AirBnB und Agoda

Wer wirklich nicht auf den Komfort eines Hotels verzichten will, kann beispielsweise bei Trivago, kurzurlaub.de oder TUI Hoteltester werden. Man muss zwar im Voraus bezahlen, doch bekommt hinterher einen Teil wieder erstattet, bei manchen anderen Anbietern sogar den kompletten Aufenthalt. Man ist allerdings nicht besonders frei, da die Ziele und der Zeitraum bereits vorausgewählt sind und man sich daran halten muss. Wir haben das daher noch nicht getestet, zumal man in Vorkasse treten muss und nicht weiß, ob das Hotel auch wirklich hält, was es verspricht.

AirBnB ist mittlerweile ein wenig teurer geworden, zumindest haben wir das Gefühl. Die Unterkünfte sind privat, also keine Hotels, aber manchmal in einer hotelähnlichen Anlage gelegen und manche Vermieter bieten mittlerweile auch diverse Serviceleistungen an. Hier kann man Absprachen treffen und über den Preis sprechen, wenn man einen längeren Aufenthalt plant.

Bei Agoda haben wir bisher immer den günstigsten Preis gefunden, wenn es um Hotels, Gasthäuser und Co geht. Booking ist auch ein nettes Portal, doch oft teurer. Hier findet man weltweit Hotels, Gasthäuser und Co.

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6. Jugendherbergen, Hostels und Pilgerherbergen

Jugendherbergen und Hostels sind nicht nur für Jugendliche gedacht, auch Familien können hier günstig unterkommen. Man hat alles, was man braucht, manchmal auf Wunsch ein Frühstück und kann so recht entspannt bleiben. Mit der Mitgliedskarte der deutschen Jugendherbergen ist es meines Wissens nach auch relativ günstig. Zwar sind die Zimmer sehr spartanisch eingerichtet, doch es ist immerhin ein günstiger und sicherer Schlafplatz.

Pilgerherbergen sind manchmal sogar komplett kostenlos. Es kommt immer darauf an, hier muss man einfach nachfragen! Man muss nicht zwingend ein Pilger sein und auch keinen religiösen Hintergrund haben.

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7. Facebook!

Auf Facebook gibt es unzählige Gruppen, die ähnlich funktionieren wie Couchsurfing oder workaway. Nur läuft eben alles über Facebook. Es gibt eine riesige Anzahl an Angeboten rund um den Globus. Eine deutschsprachige Gruppe wäre hier z.B. Urlaub gegen Hand. Ebenfalls gibt es deutschsprachige und internationale Couchsurfing-Gruppen für Familien, oder auch Gruppen, in denen Familien ihre Häuser/Wohnungen zum Tausch anbieten können (international und deutsch). Ihr müsst einfach nur ein wenig suchen und werdet sicher ganz schnell fündig. Es gibt hier so viele, dass ich sie nicht alle aufzählen kann/möchte. Auch hier ist es kein Problem, als Familie irgendwo kostenlos oder kostengünstig unterzukommen.

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8. Freunde, Verwandte, Bekannte ? Oder einfach vor Ort nachfragen!

Schon einmal darüber nachgedacht, wen ihr so alles kennt? Wohnt nicht zufällig jemand am anderen Ende der Welt, den man besuchen könnte? Oft denken wir gar nicht daran, dass wir bereits die Möglichkeit haben einen günstigen Schlafplatz zu ergattern. Gerade in anderen Ländern sind die Menschen grundsätzlich entspannter als die Deutschen. Bei uns mag es nicht üblich sein, jemanden bei sich übernachten zu lassen, in anderen Ländern aber sehr wohl. Langzeitreisen mit der Familie kann so in greifbare Nähe rücken! Denn oft kennen die Menschen vor Ort billige Unterkünfte oder wissen von der ein oder anderen Möglichkeit den Aufenthalt günstig zu verlängern.

Vor allem in den asiatischen und südamerikanischen Ländern ist es am einfachsten, wenn man einfach vor Ort einmal nachhakt. Irgendjemand weiß immer etwas und meist ist es dann so, dass der Schlafplatz gerade dann am günstigsten ist. So kann man direkt und persönlich einen Preis aushandeln. Wir wissen, dass es nicht jedermanns Sache ist, in den Flieger zu steigen und erst am Ziel nach einer Unterkunft zu suchen, doch es ist nicht unüblich und meist kommt man so sehr günstig weg!

9. Housesitting

Haben wir noch nicht ausprobiert, wäre aber theoretisch möglich. Familien sind nicht immer erwünscht, da es sich teilweise um verkaufte Häuser handelt, die einfach nur bewohnt sein sollen, um Diebe fernzuhalten. Hört sich jetzt nicht besonders toll an, aber die meisten Häuser befinden sich in besseren Gegenden und sind oft in der oberen Preisklasse angesiedelt. Es gibt aber auch kleine Häuschen, Höfe und vieles mehr! Manchmal muss man zusätzlich noch auf ein paar Tierchen aufpassen, was aber gerade mit Kindern eine schöne Sache sein kann. Hier muss man ebenfalls einfach nachfragen, ob Kinder erwünscht sind oder nicht. Anlaufstellen wären hier: Mindmyhouse, Housecarers und Trustedhousesitters. Die meisten Portale verlangen eine Anmeldegebühr, aber nicht alle. Google spuckt auch noch ein paar kleinere Portale aus, das hier wären die gängigen.

langzeitreisen mit der familie

Das wäre es vorerst einmal. Es gibt sicher noch mehr Möglichkeiten um Langzeitreisen mit der Familie zu realisieren. Wie ihr seht, geht alles, man muss nur wollen. Manchmal scheint es unmöglich, doch man kann wirklich mit relativ geringen Kosten um die Welt kommen – auch als Familie.

Fragen, Anregungen, Kritik?  Sprecht uns einfach an!

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Comments

Kommentare

5 Kommentare

  1. Vielen Dank für diesen grandiosen Artikel mit so tollen, wertvollen Tipps fürs günstige Verreisen! 🙂 <3

  2. Wir waren ja nun auch mit dem Wohnmobil unterwegs, wenn auch gleich die Zeit viel zu kurz war. Wir hatten es gemietet – recht spontan. Da wir die Kaution so schnell nicht aufbringen konnten, haben wir es geschafft anstelle des Geldes, das Motorrad als Kaution abzugeben. Was ich sagen will: Es gibt immer einen Weg, man muss nur kreativ sein. Gelohnt hat sich die Zeit allemal ;)) ;))

    Liebste Grüße an die Familie

    Kati

  3. …und jetzt ist mein Fernweh noch größer. 🙂 Wenn meine Zeit gekommen ist, werdet ihr meine personal coaches zum Thema sein. 😀 VLG Jenn

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