Meine Kinder unterrichten? Das könnte ich nicht!

Wenn wir den Menschen um uns herum erzählen, dass wir unsere Kinder nicht in die Schule schicken (bzw. zwingen) werden, kommt postwendend immer dieselbe Frage: „Wie macht ihr das? Ich könnte das nicht. Ich wüsste nicht einmal wo ich anfangen soll“.

Nun, wir hatten anfangs ähnliche Gedanken.

Wo fangen wir an?

Was bringen wir ihnen bei?

Was, wenn mein Kind nicht lernen will?

Was ist, wenn wir die Antwort nicht wissen?

Wie bringen wir unseren Kindern etwas bei?

Wir können unsere Kinder nicht unterrichten!

Verschiedene Szenarien spuckten in unseren Köpfen herum. Was ist, wenn unsere Kinder einfach nichts lernen und wir auf ganzer Linie versagen? Was sagt unser Umfeld dazu? Wir wären absolut bloßgestellt und jeder würde sagen: „Das haben wir doch gleich gesagt“. Wir, ganz besonders ich, waren total unsicher und die Gedanken haben sich im Kreis gedreht. Ich selbst habe für mich beschlossen, mich erst wieder mit diesen Fragen zu beschäftigen, wenn sie tatsächlich zum Problem werden sollten. All das führte an diesem Punkt zu nichts, denn wer kann schon in die Zukunft schauen.

Doch es kam nie dazu. All die Fragen lösten sich mit einem Mal in Luft auf. Zum Glück 🍀

freilernen unschooling

Lassen wir unseren Kinder Zeit und Raum, um ihre eigenen Erfahrungen zu machen und lassen sie nach ihren Bedingungen in ihrem Tempo das lernen, was sie wollen, werden wir keine Antworten mehr brauchen. Die Fragen erübrigen sich und wir können gemeinsam mit unseren Kindern die Erfahrung machen, was es heißt, sich frei zu bilden. Unsere Kinder brauchen niemanden, der ihnen vorgibt, was sie zu lernen haben. Sie brauchen uns. Jemanden der mit ihnen gemeinsam die Wunder dieser Welt entdeckt, jemanden der ein offenes Ohr für all ihre Fragen hat und jemanden, der bereit ist ihnen zu helfen, die Antwort selbst herauszufinden.

Was wir dafür brauchen? Etwas Geduld und die Freude daran teilhaben zu können. Natürlich sollten wir auch Spaß dabei haben, involviert sein zu dürfen!

Wir müssen nicht allwissend sein. Unsere Kinder brauchen uns nicht, um zu wissen, was sie lernen sollen. Das schaffen sie auch alleine. Sie brauchen nichts zu wissen, was sie nicht wissen wollen. Wenn es sie nicht neugierig macht, ist es einfach der falsche Zeitpunkt. Sie brauchen uns, damit wir genau hinschauen und aufpassen, was unsere Kinder tatsächlich interessiert. Wir müssen nicht immer die passende Antwort parat haben. Es ist in Ordnung auch einmal keine Antwort zu haben. In der Tat ist das gar nicht so schlecht. So haben wir die Möglichkeit die Antwort gemeinsam herauszufinden, was wiederum gut für die Eltern-Kind-Beziehung ist!
Wir alle sind in der Lage unseren Kindern das beizubringen, was sie interessiert. Um was es sich dabei handelt, spielt keine Rolle, wir müssen nur ganz ehrlich wollen. Ein ganz wichtiger Punkt! Wollen wir nicht, haben wir keine Lust unseren Kindern etwas beizubringen, Neues zu entdecken und gehen nicht mit Spaß an die Sache heran, ist es vielleicht nicht der richtige Weg. Doch Fakt ist, dass es einfacher ist als man denkt. Wir haben so viele Möglichkeiten uns neues Wissen anzueignen wie noch nie zuvor.

Indirekt sind wir nicht unbedingt dafür verantwortlich unseren Kindern Bildung zukommen zu lassen, eher verantwortlich dafür, dass sie alle Möglichkeiten nutzen können, um sich selbst zu bilden. Wir sind dafür verantwortlich ihnen alle Materialien bereitzustellen, damit unsere Kinder ihre Bildung selbst in die Hand nehmen können. Wir müssen sie mit allen Mitteln unterstützen, damit sie ihren eigenen Weg gehen und finden können – so sind sie in der Lage das beste aus sich selbst herauszuholen.

Wenn unser Lysander mit einer Frage auf uns zukommt, langweilen wir ihn nicht mit einer simplen Antwort, die alle Eventualitäten nimmt. Das würde ihm jede Lust am Lernen nehmen. Das Thema wäre beendet und nicht mehr interessant. So ist das mit vorgefertigten Antworten, die keinen Spielraum für die eigenen Ideen zulassen. Die Kreativität und die Lust am Denken schwinden. Wozu auch noch anstrengen, wenn doch so oder so bereits alles klar ist. Das ist es aber nicht! Solches Verhalten führt ausschließlich zu Stagnation. Auf diese Weise verpassen wir, welche eignen, unabhängigen Entdeckungen unser Kind an dieser Stelle gemacht hätte.

eigene kinder unterrichten

Es gibt so viele Möglichkeiten, um unseren Kindern zu zeigen, dass sie selbst fähig sind, die Antwort herauszufinden. Wir müssen nur da sein, zuhören, ihre Meinungen und Gedanken ernst nehmen – gemeinsam herausfinden und unsere Kinder vorangehen lassen. Sie kennen den Weg bereits.

Es ist wirklich nicht schwer. Wir lernen nicht durch Antworten, sondern durch Fragen. Fragen, die unseren Kindern die Welt erklären und alles zusammenfügen, sodass es am Ende einen Sinn macht.

Haben wir einmal verstanden, worum es tatsächlich geht, ist das Freilernen um ein Vielfaches leichter! Lernen will unterstützt und nicht erzwungen werden.

Das zu verstehen und sich darauf einzulassen ist ein Prozess. Ein Prozess, der sich nicht wieder umkehren lässt, hat man einmal erlebt, dass es funktioniert. Und das funktioniert deutlich besser, als wenn wir versuchen unseren Kindern etwas zu erklären, was im Moment nicht relevant ist.

Könnt ihr euch vorstellen zusammen mit euren Kindern zu lernen? Im nächsten Beitrag stelle ich euch 7 Fragen vor, die euch helfen, eurem Kind zu helfen 🙂

Teile uns doch deine Gedanken dazu mit. Was hältst du davon?

  • Empfehlenswerte Bücher dazu (einfach auf das Bild klicken):

 

Alles Liebe, Eure Ökofamilie

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Comments

Kommentare

3 Kommentare

  1. „Es ist in Ordnung auch einmal keine Antwort zu haben.“

    Word!

    Kinder lernen durch ihr tägliches Spiel, durch ihre natürliche Begeisterung für sich und die Dinge in ihrer Umwelt.

    Kindet haben einen gewaltigen Entdeckerdrang, den wir begleiten, aber nicht stören dürfen (indem wir ihnen unsere Vorstellung vom „Lernstoff“ indoktrinieren).

    Außerdem lieben Kinder Geschichten. Erzählen, vorlesen, zeigen… Egal! Sie sind begeistert dabei und lernen.

    Alles Liebe euch!
    Patrick und Familie

    • t = r

      So ist das, wenn man am Smartphone einen Text verfasst. 😀

    • Hallo 🙂
      Geschichten sind auch hier (wie vermutlich bei allen Kindern) der absolute Renner. Vor allem unser Lysander verliert sich gerne in Geschichten und spinnt sie weiter. Das macht unglaublich viel Spaß!
      Alles Liebe, Nadine

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