Mit 6 Jahren noch im Familienbett? #Co-Sleeping #Elternbett

Zum Glück akzeptiert die Gesellschaft langsam aber sicher das Familienbett und immer mehr Eltern entscheiden sich dafür. Über die Vorteile ist man sich meist einig und die, die es noch immer ablehnen, wissen einfach nicht, was ihnen entgeht. Und vor allem, was ihren Kindern dadurch entgeht. Unsere Kinder sind nun fast 2 und fast 6 Jahre alt. Wir genießen das Familienbett noch immer sehr.

Wir alle kennen das „Problem“ wenn die Kinder nicht alleine ins Bettchen huschen wollen. Mama muss zwingend dabei sein und am besten die ganze Nacht. Aber natürlich, ist doch ganz normal und völlig in Ordnung. Bei uns zumindest. In vielen Familien läuft das leider ganz anders ab. In den letzten Tagen habe ich mir einige Gedanken dazu gemacht, warum so viele Menschen wollen, dass ihre kleinen (!) Kinder alleine schlafen. Alleine in einem dunklen Zimmer, von allen und jedem verlassen, sollen sie friedlich in den Schlaf finden. Gnädigerweise bekommt manches Kind ein Nachtlicht, das vermeintliche Sicherheit vorgaukeln soll. Aber wer kann schon ruhig und friedlich einschlafen, wenn man Todesängsten ausgesetzt ist?

Leider fehlt das Verständnis dafür gänzlich. Kaum jemand in unserer Umgebung lässt seine Kinder mit im eigenen Bett schlafen, wo es doch mindestens genauso normal ist, wie das Stillen. Auf das Schreien lassen möchte ich hier erst einmal nicht eingehen, ich denke, da sind sich die meisten doch einig, dass es eine grausame Methode ist, die JEDEM Kind schadet. Viele haben sicher die letzten Tage den (wohl fürchterlichen) RTL-Beitrag zum Thema gesehen. Wir haben keinen Fernseher und da bin ich wirklich froh darüber. Was man auf den anderen Kanälen mitbekommen hat, hörte sich so schrecklich an.

Warum schläft unser 6-Jähriger noch im Familienbett? Ist er nicht schon zu alt dafür?

Wir haben beide unsere Kinder von Anfang an mit in unserem Bett schlafen lassen. Etwas anderes wäre niemals infrage gekommen. Wir haben uns (etwas verfrüht) eine wunderschöne Wiege gekauft, einmal ausprobiert, und als wir unser winzig kleines Baby darin haben liegen sehen, hat es sich sofort absolut falsch angefühlt. Also raus mit ihm, weg mit dem wunderschönen aber unnützen Teil und rein ins Familienbett. Jetzt ist unser Mini-Baby ein großer Junge und schläft noch immer bei uns im Bett.

mit 6 jahren im familienbett

Immer öfter kommt die Frage, wann er denn endlich in seinem eigenen Bett schläft. Doch warum sollte er in seinem eigenen Bett schlafen, wenn er das nicht möchte und wir ihn gerne bei uns haben? Ist das wirklich so unvorstellbar? Für uns Menschen ist es völlig natürlich, zusammen in einem Bett zu schlafen. Anders wäre uns das Überleben nicht möglich gewesen, oder zumindest deutlich schwerer gefallen. Es ist ein ganz natürlicher Instinkt, seine Kinder bei sich haben zu wollen und anders herum ist es ebenso. Jedes Kind fühlt sich sicher und geborgen im Elternbett und kein Kind (Mensch) möchte alleine schlafen.

Mit 6 Jahren ist unser „Großer“ doch noch ein Kind, das seine Eltern braucht – auch in der Nacht. Eigene Betten für Kinder gibt es erst seit 100 – 150 Jahren und für Menschen in anderen Ländern ist es völlig normal, in einem Bett zu schlafen. Möglich, dass sie oft keine andere Wahl haben, doch genau dadurch haben sie eine bessere bzw. engere Bindung zu ihren Eltern. Aus der Not wird eine Win-Win Situation für alle Beteiligten. Abgesehen davon schlafen auch Tiere niemals allein.

Ihr bekommt die Kinder niemals aus dem Bett.

Dass man seine Kinder niemals aus dem Bett bekommt, stimmt schlichtweg nicht. Die Kinder haben irgendwann einmal genug. Das eine vielleicht schon mit vier Jahren, das andere mit acht. Auf jeden Fall wollen sie irgendwann, spätestens wenn sich die Pubertät ankündigt, ein eigenes Bett. Wir selbst hatten doch auch irgendwann nicht mehr das Bedürfnis nachts zu den Eltern ins Bett zu kriechen?

Warum kein Mensch alleine schlafen sollte – außer man will es so!

Der Mensch hat niemals, zu keinem Zeitpunkt unserer Geschichte alleine geschlafen, erst jetzt sind wir so weit voneinander entfernt, dass wir es als normal betrachten, wenn selbst Säuglinge alleine schlafen sollen. Mindestens die Sippe hat immer gemeinsam genächtigt und in anderen Kulturen ist es noch immer so, dass man sich innerfamiliär den Schlafplatz teilt. Alleine zu schlafen wird bei uns leider als ein wichtiger Entwicklungsschritt angesehen und auch so behandelt. Schläft ein Kind nicht allein, bedeutet das, man hat als Mutter (oder auch Eltern) versagt. Alleine schlafen zu können, hat nichts mit psychoemotionaler Reife oder mehr Unabhängigkeit zu tun und wenn ein wenige Wochen altes Baby bereits alleine schläft, hat es lediglich resigniert. Ein Erfolg ist das sicher nicht.

Kinder mit 6 im Elternbett

Ein wichtiger Punkt, der unbedingt berücksichtigt werden muss, ist folgender: Wenn wir Menschen, ob Erwachsene oder Kinder, spielt dabei keine Rolle, uns nicht entspannen können, können wir auch nicht schlafen. Wir müssen also wie alle anderen Säugetiere auch, frei von Angst sein. Stressreaktionen verhindern den Schlaf und das gilt für uns alle. Fühlt sich ein Mensch allein und verlassen, bedeutet das emotionalen Stress. Kinder die selbstständig in den Schlaf finden sollen, sich aber keinesfalls sicher und geborgen fühlen, können also auch gar nicht schlafen. Manche kennen das vielleicht von sich selbst, wenn der Partner aus welchem Grund auch immer nicht da ist, fühlt es sich einfach etwas leer an und man schläft deutlich schlechter – zumindest ist das bei mir und den Menschen in meinem Umfeld der Fall.

Für uns Menschen bedeutet es Sicherheit, nicht alleine schlafen zu müssen. Wir sind einfach so programmiert und die äußeren Umstände haben sich noch nicht genügend eingeprägt. Theoretisch wissen wir, dass wir nachts nicht von wilden Tieren angegriffen werden (wir haben schließlich dafür gesorgt, dass es gar keine mehr gibt), doch im Laufe der Evolution war es Jahrtausende lang dasselbe Spiel. Und es ist schwer, alteingesessene Verhaltensmuster zu ändern.

Und wenn ihr einmal an eure eigene Situation denkt: Was würde euer Partner davon halten, wenn ihr ab heute in eurem eigenen Bett, im eigenen Zimmer schlaft?

Daher bleiben unsere Kinder so lange bei uns im Familienbett, bis sie etwas anderes wünschen!

Bis dahin – Eure Ökofamilie

 

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Kommentare

5 Kommentare

  1. Ich sage immer: Spätestens wenn mein Sohn eine Freundin hat, will er ganz sicher sein eigenes Bett haben. 😉 Wir lieben unser „Familienbett“, das eigentlich eher ein „Mutter-Kind-Bett“ ist, da mein Mann berufsbedingt ins Wohnzimmer gezogen ist. Ist nämlich doof, wenn morgens um 4 Uhr der Wecker klingelt und außer demjenigen, der aufstehen muss, alle wach sind. 😉 Ein Hoch auf Nähe und Geborgenheit. Egal, wie lange!

  2. Hallo Nadine,

    Ich habe schon an anderer stelle gelesen, dass der partnerschaftliche Teil an anderen orten stattfinden kann, wenn das Kind schläft. Meine Frage ist nun, wie man den partnerschaftlichen Teil gestalten soll, wenn das Kind ohne mich also allein nicht lange genug schläft und „zu früh“ wieder aufwacht?
    Alles liebe
    Katrin

    • Hallo liebe Katrin,

      wir haben unser Familienbett immer auf dem Boden gehabt. Also meist eine Art Matratzenlager 🙂 Allerdings muss man dann die Matratzen täglich auftsellen um zu lüften, oder man legt sich Europaletten darunter. So kam die Frage nie auf. Ich weiß aber, dass es Bettgitter wie diese hier: http://amzn.to/2jxUirk für normale Betten gibt – super Sache! So ist zumindest ein Teil gesichert 🙂

      Wir mussten bei unserem Lysander sehr kreativ werden, um überhaupt ein wenig Zweisamkeit genießen zu können. Er hat quasi auf mir gelebt und konnte bis er 2 Jahre alt war nicht alleine schlafen. Sobald ich mich auch nur bewegt habe, ist er weinend aufgewacht! Selten einmal konnte ich mich wegbewegen, also mussten wir einfach abwarten. So doof das ist und sein kann, das ist dann eben so. Tut mir leid, dass ich dir da nicht konkret weiterhelfen kann! Es gibt Mittel und Wege, die manchmal funktionieren. Teilweise ging es (selten) wenn wir sein Stillkissen so an ihn rangelegt haben, dass es sich nach mir angefühlt hat 😉

      Ganz liebe Grüße und vielen lieben Dank für das liebe Kompliment 🙂
      Nadine

    • Hi
      Mein kleiner schläft auch nur dann, wenn ich neben ihm liege. Selten kann ich mal aufstehen. Auch wenn er sich im Schlaf weg rollt merkt er die Bewegung durch Matratze und Lattenrost. Man kann aber etwas „tricksen“, wenn man die Kinder für zb die erste Runde gar nicht im Bett einschlafen lässt, bzw je nach dem zum einschlafen stillt. z.B. Eine Matratze auf den Boden legen und die kleinen dort einschlafen lässt. Man kann sich dann etwas leiser „wegschleichen“, da kein Bett quietscht oder die Matratze so sehr wackelt. Dann eben Stillkissen und Co dazu, damit es kuschelig bleibt. Hält bei uns wenn es klappt auch mal eine halbe bis ganze Stunde. Wenn sie aufwachen fallen sie auch nicht wirklich heraus.
      Sollte es nicht immer klappen, dann ist das eben so.

  3. Ach und noch eine Frage zum Thema Familienbett: wie sichert man die Kleinen vor dem rausfallen ab, wenn sie anfangen zu krabbeln usw?
    Alles Liebe
    Katrin
    PS. Danke für eure offenen Artikel. Es ist wirklich schön und ermutigend sie zu lesen

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