Nachhaltigkeit und Reisen – Tipps um beides zu vereinbaren!

Nachhaltigkeit und Reisen. Ein kürzlicher Kommentar auf unserem Blog veranlasst uns dazu, diesen Artikel zu schreiben. Natürlich machen wir uns viele Gedanken zum Thema Nachhaltigkeit und auch, wie wir uns verbessern können. Viele Menschen denken, als Ökofamilie können wir gar nicht so öko sein, wie wir es gerne hätten, wenn wir ständig unterwegs sind. Das stimmt manchmal, aber nicht immer.

Wie man nachhaltiger und vor allem fairer reisen kann

„Take nothing but pictures. Leave nothing but footprints. Kill nothing but time.“

  1. Sich Zeit nehmen. Schnelles reisen hinterlässt eindeutige Spuren, ist Ressourcen verschwendend und macht keinen guten Eindruck bei der einheimischen Bevölkerung. Wir rennen von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten – was haben wir dann wirklich von Land und Leuten mitgenommen, abgesehen von ein paar Bildern?
  2. Das Gastgeberland und die Gepflogenheiten respektieren. Wir waren schockiert, wie viele nahezu unbekleidete Frauen durch Angkor Wat liefen, während am Eingang ein Schild angebracht ist, dem man deutlich entnehmen kann, dass dies nicht erwünscht ist. Schade, denn irgendwann wird das Konsequenzen nach sich ziehen.
  3. Regionale Anbieter vorziehen. Um möglichst wenig Schaden anzurichten, ist es sinnvoll, regionale Anbieter vorzuziehen. Vor allem wenn es um Übernachtungsmöglichkeiten geht, ist man besser dran, wenn man die großen Hotelketten links liegen lässt.
  4. Die Ansprüche runterschrauben! Wir kommen in ein Land, in dem die einheimische Bevölkerung einen deutlich niedrigeren Lebensstandard hat, als wir es gewohnt sind und wollen trotzdem alles so billig wie möglich. Die Rechnung geht einfach nicht auf. Gerade hier müssen wir als die „reichen“ Menschen aus dem Westen die Augen offen halten und die Menschen vor Ort unterstützen.
  5. Die Umwelt nicht unnötig belasten. Auch hier sind die großen Hotelketten zu meiden, denn eben diese handeln äußerst verschwenderisch! Es sollte klar sein, dass wir unseren Müll grundsätzlich immer wieder mitnehmen. Auch die einheimischen Transportmittel zu benutzen, kann hier einen großen Unterschied machen.

Nachhaltigkeit und Reisen ist kein Widerspruch

Das haben mittlerweile auch viele Reiseveranstalter mitbekommen und bieten grüne Reisen an. Wie grün und nachhaltig diese im Endeffekt wirklich sind, muss vor der Buchung aber dringend selbst recherchiert werden.

Gute Anbieter bieten beispielsweise eine Klimakompensation an und/oder haben den Kinderschutzkodex unterschrieben. Es gibt Unterkünfte und Hotels, die sich selbst mit regenerativen Energien versorgen und ihre Gäste auf umweltfreundliches Handeln hinweisen – oft haben wir bereits ein Schild im Badezimmer vorgefunden, das uns darauf hinweist, unsere Handtücher doch bitte mehrmals zu benutzen und nur so viel Wasser zu verwenden, wie wir auch wirklich benötigen. Ebenfalls setzt ein guter Anbieter auf die Artenvielfalt und den Umweltschutz vor Ort, verzichtet auf energieintensive Freizeitbeschäftigungen und gibt den Gästen nützliche Hinweise!

Eine gute Vorbereitung ist das A und O. Wenn wir uns darüber im Klaren sind, was wir wollen, etwas über Land und Leute wissen und einen möglichst umweltfreundliches Angebot im Auge haben, kann nichts mehr schief gehen. Hier kann man sich kostenlos eine wunderbar gestaltete Broschüre herunterladen – eine große Hilfe, um möglichst umwelt- und sozialverträglich zu reisen.

Manchmal klappt es einfach nicht, Nachhaltigkeit und Reisen zu vereinbaren

Nachhaltigkeit und Reisen, das kann anstrengend werden, wenn man schnell unterwegs ist. Je schneller wir reisen, desto größer wird unser ökologischer Fußabdruck – irgendwo natürlich logisch, aber man macht sich nicht immer Gedanken darüber. Wenn wir mit dem Fahrrad fahren würden, wäre das nicht so, mit einem Wohnmobil ist das wieder eine andere Sache. Doch wir reisen langsam, sehr langsam, bleiben lange an einem Ort und machen alles – so gut es geht – selbst.

Wir wollen euch einige Beispiele geben, die es uns manchmal schwer machen, nachhaltig zu handeln.

In vielen Ländern ist die Plastiktüte kein Problem, vor allem außerhalb von Europa. Man bekommt sie einfach in die Hand gedrückt, oder die Verkäufer packen den Einkauf gleich ein, sodass man praktisch keine Wahl hat, wenn die Person kein englisch spricht und nicht versteht, dass du keine Tüte möchtest. Wird es doch verstanden, ist es nicht unüblich, dass die bereits herausgeholte Tüte einfach weggeworfen wird, statt sie dem nächsten Kunden zu geben. In diesem Fall nehmen wir die Tüte lieber mit und verwenden sie anderweitig. Mittlerweile haben wir uns angewöhnt immer einen eigenen Beutel dabei zu haben, doch auch das wird nicht immer verstanden.

Die Reiseausrüstung ist in den meisten Fällen nicht gerade besonders öko. Und auch bei uns findet man Dinge aus Kunststoff, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Hier schauen die meisten Menschen auf den Preis, statt auf die Umweltverträglichkeit. Es gibt Hersteller, wie z. B. Jack Wolfskin, die bereits ökologisch korrekt handeln und Recyclingpolyester verwenden, doch das machen längst nicht alle Firmen und es ist auch immer eine Frage des Geldes. Mein Rucksack ist aus recyceltem Material, der von Sascha allerdings nicht. Zudem besitzen wir wasserdichte Beutel für technische Geräte, wofür wir vor Beginn unserer Reise keine Alternative gefunden haben, oder einfach nicht weit genug gedacht haben.

Ein großes Problem ist Trinkwasser. In Deutschland haben wir immer die Möglichkeit auf Wasser in Glasflaschen zurückzugreifen, doch das ist absolut nicht üblich. Wasser wird mittlerweile grundsätzlich in Plastikflaschen verkauft und das in rauen Mengen! Abhilfe kann hier ein Wasserfilter schaffen, die es bereits im Kleinstformat gibt wie z. B. den LifeStraw. Der ist eher für eine Person geeignet, doch das Tolle daran ist, dass man gleichzeitig auch noch etwas Gutes tut. Für jeden erworbenen LifeStraw erhält ein Kind in einer sich entwickelnden Gemeinschaft ein Jahr lang sauberes Trinkwasser. Hier gibt es noch die Familienversion. Funktioniert ohne Chemie, ohne Strom und passt in jedes Gepäck! Im Wohnmobil kann man sich direkt einen Wasserfilter einbauen (steht bei uns noch aus, wird beim nächsten Besuch in Deutschland nachgeholt) und kann die Plastikflaschen so prima umgehen.

Fliegen – wie können wir das mit unserem Gewissen vereinbaren?

Fliegen ist umweltschädlich, da sind sich sicher alle einig. Doch fliegen wir nicht zum Wochenendshopping in die USA und auch nicht für 2 Wochen nach Südamerika. Wenn wir fliegen, bleiben wir nicht nur wenige Wochen oder gar Tage. Durch die mittlerweile niedrigen Flugpreise kann sich nahezu jeder einen Flug leisten, was die Sache wieder komplizierter macht. Menschen ohne Gewissen nutzen das natürlich für sich aus und fliegen auch einmal für nur einen Tag zum Partymachen nach London. Menschen zeigen immer gerne mit dem Finger auf andere, ist klar. Daher müssen wir ein Statement dazu abgeben, um nicht ständig deshalb angegriffen zu werden.

Wir machen keinen Urlaub, wir reisen. Wir fliegen nicht für wenige Tage, sondern für Monate. Wir verbrauchen durch unseren Lebensstil weitaus weniger Ressourcen, als jemand, der in einem Haus oder einer Wohnung lebt. Dadurch relativiert sich das Fliegen auf einer Seite auch wieder. Wenn es eine andere Möglichkeit gibt, wird diese genutzt. Auch ist der atmosfair Airline-Index für uns eine Anlaufstelle, um so wenig wie möglich zu hinterlassen. Hier werden die Treibhausgasemissionen der größten Fluggesellschaften weltweit verglichen und man kann sich so den Flug mit der bestmöglichen Bilanz heraussuchen. Vermeiden ist noch immer besser, doch stellt das immerhin eine Möglichkeit dar, klimabewusst zu fliegen.

nachhaltigkeit und reisen faireisen

Wenn euch das Thema interessiert und ihr eure nächste Reise gerne fair und umweltverträglich planen wollt, ist folgendes Buch unverzichtbar. An manches denkt man selbst nicht, doch der Autor deckt so ziemlich alle Bereiche ab, gibt sinnvolle und vor allem wertvolle Tipps! Unumgänglich, wenn man fair reisen möchte. Nachhaltigkeit und Reisen verträgt sich also doch – wenn man gewisse Dinge nicht außer Acht lässt.
FAIRreisen: Das Handbuch für alle, die umweltbewusst unterwegs sein wollen – Nachhaltigkeit und Reisen!  Gewinner bei den ITB BuchAwards 2017!

Eine Entscheidung zu treffen ist nicht immer einfach, doch wir haben in diesem Buch einige tolle Anregungen gefunden, die wir auf jeden Fall umsetzen werden. Wir müssen uns dringend ins Bewusstsein rufen, welch üble Auswirkungen unser derzeitiges Reiseverhalten hat und was es für unseren Planeten bedeutet. Man denke nur einmal an die alljährlichen Staus auf den Autobahnen zu den Sommerferien. Wir wissen darum, doch ändern nichts. Es wird höchste Zeit!

Hier gehts’s zum Video

 

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