Natürlich(es) Baby #Windelfrei ab Geburt – ohne Stress

Viele Eltern können sich windelfrei erst einmal nicht vorstellen. Und entspannt schon gar nicht. Wie soll das gehen, wenn das Kind unterwegs einmal muss? Man kann ein Baby doch nicht einfach irgendwo abhalten? Geht schon – zieht aber Blicke auf sich. Wir haben ein paar Dinge zusammengefasst, die den Start und die Praxis erleichtern sollen. Wir haben zwei windelfreie Kinder und mittlerweile einiges an Erfahrungen gesammelt. Es ist nicht immer einfach, aber überwiegend und vor allem später, wenn die Kinder dann größer sind, ist es definitiv eine Erleichterung.

Kommen wir zuerst zu den Vorteilen von windelfrei

Einfach alles machen, was gerade im Trend liegt, ist nicht immer die beste Methode. Vor allem nicht, wenn es um unsere Kinder geht. Windelfrei stellt hier eine absolute Ausnahme dar. Ungefähr 85% der Menschen weltweit praktizieren windelfrei mit ihren Babys, weil es einfach die natürlichste Form ist. Es ist absolut unnatürlich, seine Kinder in Plastik einzupacken, das macht lediglich die westliche „zivilisierte“ Welt.

  1. Du sparst viel Geld, Wegwerfwindeln sind sehr teuer!
  2. Dein ökologischer Fußabdruck sinkt deutlich – eine Windel braucht bis zu 500 Jahre um zu verrotten.
  3. Du zeigst deinem Kind von Anfang an, dass du es ernst nimmst.
  4. Einen wunden Po gibt es bei windelfrei nicht, Windeldermatitis uä. ist bei windelfrei-Kindern sehr selten.
  5. Keinen „Kampf“ beim wickeln.
  6. Es ist hygienischer, wer möchte schon seine Ausscheidungen mit sich herumtragen?
  7. Dein Kind spürt von Anfang an, dass es auf die Toilette muss, du trainierst ihm dieses Gespür nicht ab.
  8. Dein Kind schreit nicht stundenlang. Nicht immer (!), aber oft ist das der Grund warum Babys immerzu weinen.
  9. Kein späteres mühseliges Töpfchentraining mehr nötig.
  10. Du kommunizierst intensiv mit deinem Baby, das wirkt sich positiv auf eure Beziehung aus.
  11. Die Bewegungsfreiheit wird nicht durch Windeln eingeschränkt.
  12. Es muss keine Wickeltasche mitgeschleppt werden, 2-3 Ersatzgarnituren reichen vollkommen aus.

Signale erkennen – Woher weiß ich wann mein Baby muss?

Jedes Baby gibt von Anfang an Signale von sich, die es dann zu deuten gilt. Die sind von Baby zu Baby unterschiedlich, aber generell sind folgende Verhaltensweisen meist ein Zeichen des Babys, dass es abgehalten werden möchte:

  1. Ständiges An- und Abdocken beim Stillen.
  2. Allgemeine Unruhe, Baby wirkt unzufrieden, obwohl Hunger und Nähebedürfnis gestillt wurden.
  3. Dein Baby „krümmt“ oder „windet“ sich in alle Richtungen, drückt.
  4. Manche Babys werden plötzlich sehr ruhig und wirken ausdruckslos – manchmal ist es dann bereits zu spät 😉
  5. Unruhig werden beim Tragen, zappelt, macht den Anschein als wolle es raus (wer beschmutzt schon sein eigenes Nest?)
  6. Dein Baby sucht ganz bewusst intensiven Augenkontakt.
  7. Dein Baby weint unaufhörlich und zieht sich dabei zusammen, Beinchen an den Bauch, Bauchmuskeln sind angespannt.
  8. Konzentrierter Blick in eine Richtung.
  9. Dein Baby ist nachts auch nach dem Stillen noch unruhig.

Im Alltag gehen Signale oft unter, es gibt aber ein paar Standardsituationen. Also Situationen, die immer wiederkehren und in denen es meist auf Anhieb klappt.

  1. Nach dem Aufwachen. Wie wir auch, müssen sich Babys ebenso gleich nachdem sie wach geworden sind erleichtern.
  2. Beim Stillen, währenddessen oder danach. Das Saugen beruhigt und entspannt.
  3. Kurz bevor du das Haus verlässt und wenn du wieder nach Hause kommst.

Intuition?

Bei uns ist es oftmals der Fall, dass ich einfach „weiß“, wann mein Baby muss. Das hat sich irgendwie so eingestellt und fast immer liege ich mit meiner Vermutung richtig. Es ist einfach ein Gefühl. Ich schaue mein Kind an und denke plötzlich: Es muss mal! Und siehe da, beim Abhalten ist es so gut wie immer der Fall, dass sich mein Kind erleichtern muss.

Wie fange ich an?

Am Anfang wusste ich gar nicht so recht, wie genau ich denn anfangen sollte. Da war mein zuckersüßes Baby, dem ich den Start ins Leben unbedingt so angenehm wie möglich gestalten wollte, weshalb wir uns unter anderem für windelfrei entschieden haben. Und doch war mir nicht klar, dass es manchmal anfangs etwas Überwindung kosten kann. Da war eine gewisse Unsicherheit, trotz dass ich Bücher und viel im Internet gelesen habe, fiel es mir einfach schwer. Sascha war da sehr unkompliziert und hat es einfach gemacht. Und so fingen wir an, unserem Baby die Standardsituationen anzubieten – und siehe da – es hat auf Anhieb wunderbar geklappt. Sobald Lysander aufgewacht war, zu Ende gestillt hatte, wir von einem Spaziergang oä zurück gekommen sind, haben wir ihn gleich abgehalten. Windeln hatte er keine an und wir haben dann auch konsequent keine angeschafft um die Sache zu vereinfachen. Somit blieb keine andere Möglichkeit unser Baby war bereits mit 6 Monaten zuverlässig trocken.

Du kannst es dir aber auch etwas einfacher machen und damit anfangen, indem du deinem Baby bei jedem Wickeln die Gelegenheit gibt, sich zu erleichtern! Gerade wenn man bereits ein Kind hat, ist es so definitiv einfacher. Beobachte dein Baby aufmerksam um seine Signale herauszufinden. Dann kannst du anfangen dein Baby abzuhalten, wenn es deutliche Signale aussendet. Die Signale sind so vielfältig wie wir Menschen und variieren von Baby zu Baby. Perfektionismus ist hier fehl am Platz, lass dich von Rückschlägen nicht unterkriegen. Am schnellsten lernst du dein Baby kennen, wenn du es immer bei dir trägst. Viel Nähe und Hautkontakt sind hier sehr hilfreich!

Wo halte ich mein Baby ab?

Am Anfang ist es einfacher, immer eine Schüssel oder ein ähnliches Gefäß griffbereit zu haben, da neugeborene ziemlich oft pinkeln müssen. Ständig auf die Toilette zu rennen wäre hier kontraproduktiv, das führt zu vermeidbarem Stress. Es gibt eine Vielzahl an Gefäßen die du nutzen kannst. Von der einfachen Plastikschüssel, bis hin zur extra für windelfrei designten Schüssel. Man kann auch gleich ein Töpfchen benutzen, ganz nach persönlicher Vorliebe. Für längere Autofahrten hatten wir immer eine Schüssel mit Deckel dabei 😉 In der Stadt haben wir meist öffentliche Toiletten benutzt, allerdings jene, von denen wir wussten, dass sie auch sauber sind und dann meist nur das Waschbecken. Das Waschbecken eignet sich hervorragend, wenn man die Signale dann deutlich erkennt und weiß, dass das Baby jetzt muss. Man kann aber auch die Toilette benutzen. Wir fanden das zu umständlich mit ganz kleinem Baby, geht aber auch. Im Sommer, wenn es dann warm ist, finden es Babys sehr entspannend im Grünen zu pieseln. Für gewöhnlich stört das niemanden, zumindest haben wir da keine negativen Erfahrungen gemacht. Zusammengefasst:

  1. Plastikschüssel
  2. Windelfrei-Töpfchen
  3. Gewöhnliches Töpfchen
  4. Waschbecken
  5. Toilette
  6. Am Wegrand/Im Grünen

Wie halte ich mein Baby ab?

Diese Frage beschäftigt viele Eltern die mit windelfrei beginnen. Das Baby ist noch so klein und zart, man kann sich nicht so recht vorstellen, wie man so ein kleines Wesen abhalten soll. Hier möchte ich auf die Seiten topffit.de und auf 123-windelfrei.de verweisen. Hier findet ihr Bilder zu verschiedenen Abhaltepositionen für Neugeborene. Hier auf babyglück.ch gibt es auch noch ein paar Bilder. Wichtig ist, dass der Nackenbereich und die Wirbelsäule gut gestützt sind, die Position entspannt ist und eine ruhige Atmosphäre herrscht. Wer möchte schon hektisch sein Geschäft verrichten? Wie bei allem bedarf es ein wenig an Übung, aber den Dreh hat man schnell raus.

Signalwörter oder Geräusche

Um deinem Baby die Sache einfacher zu machen, ist es von Vorteil, wenn man während dem Abhalten ein Signalwort oder Geräusch von sich gibt. Am besten wählt man eines, welches in der Öffentlichkeit nicht zu unangenehmen Situationen führt 😉 Bei uns ist es ein langgezogenes „Peeeee“ oder „Poooo“. Wir haben das nicht bewusst gewählt, das hat sich einfach so entwickelt und wir würden heute vielleicht etwas anderes wählen. Sobald du das Geräusch machst, weiß dein Baby Bescheid und kann sich entspannt entleeren. Das ist zum einen sinnvoll, weil dein Baby dann genau weiß, wann du bereit bist und du dir sicher sein kannst, dein Baby pieselt nicht plötzlich einfach so los, sobald es unten nackig ist. Dein Baby verbindet dann das Geräusch automatisch mit dem Erleichtern. Unsere Kinder haben dann beide, sobald sie anfingen zu sprechen, das zugehörige Geräusch gemacht (bzw macht Aurelia das immer noch).

Es gibt aber auch die Möglichkeit, ein Zeichen mit der Hand zu geben. Babyzeichensprache ist ein tolles Kommunikationsmittel, solange die Kleinen noch nicht sprechen können. Wir selbst haben das aber nie ausprobiert.

Wie funktioniert windelfrei in der Nacht?

Am besten klappt es Nachts, wenn man gemeinsam im Familienbett schläft, oder dein Baby in einem Babybalkon direkt neben dir. Meist wacht man als Mutter beim kleinsten Geräusch des Kindes auf, was die Sache etwas vereinfacht. Wenn dein Baby unruhig wird, sich hin und her wälzt oder ähnliches, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass es mal muss. Am besten ist es, sich ein geeignetes Gefäß neben das Bett zu stellen um den Gang ins Bad zu vermeiden. So kannst du dein Baby ganz entspannt auch nachts abhalten. Zur Sicherheit, falls der Babyschlaf einmal total entspannt ist und dein Baby nichts aufwacht, kann man eine wasserdichte Unterlage unter den Bettbezug legen, oder ein dickeres Handtuch, wenn das Baby noch sehr klein ist. Fast alle windelfrei Kinder schlafen nach dem nächtlichen Abhalten gleich wieder ein. Vor allem wenn man stillt, geht das recht zügig. Es ist also nicht so, dass man dann stundenlang wach ist, das Kind spielen will oder ähnliches. Wie wir auch, wollen sich die Babys erleichtern und dann auch gleich weiterschlafen. Es gibt aber auch Babys die weinen, wenn man sie nachts abhält. In dem Fall ist es besser abzubrechen und zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu versuchen. Gesunder Schlaf geht eindeutig vor! Unsere Kinder schlafen meist nackig, sie mögen es einfach so und für uns ist es dann einfacher nachts abzuhalten. Es geht aber auch mit Stoffwindeln, die man schnell an und ausgezogen hat. Zwecks Kleidung probiert ihr am besten selbst aus, welche Kombination für euch am einfachsten ist.

Nützliches in der Nacht:

  1. Gefäß zum Abhalten neben dem Bett
  2. Dickes Handtuch oder wasserdichte Unterlage, falls etwas daneben geht
  3. Stoffwindel für den Anfang, bis es sich eingespielt hat
  4. Kleines Handtuch oä zum abwischen

Was tun bei Streiks ? – wenn dein Baby keine Lust hat

Es gibt immer wieder Phasen, in denen sich windelfrei alles andere als praktisch erweist. An manchen Tagen (das kann sich ausdehnen und mehrere Wochen anhalten!) klappt es einfach nicht und es endet in einem Desaster für alle Beteiligten. Dann ist es besser, windelfrei für eine Weile auf Eis zu legen. Bevor dein Baby schlechte Gefühle mit dem Abhalten verbindet, ist es besser zu pausieren. Denn dann findet auch keine Kommunikation mehr statt, um die es schließlich hauptsächlich geht. Es kann sein, das Baby gibt Signale, will aber nicht auf die Toilette weil andere Dinge gerade interessanter sind, oder die Signale bleiben gänzlich aus. Diese Phasen fangen meist dann an, wenn das Baby eine größere Veränderung durchmacht, wie es bei Entwicklungsschüben, krabbeln lernen oder dem Zahnen der Fall ist. Abhilfe kann hier in vielen Fällen ein Ortswechseln schaffen. Wenn ihr bisher über einem Töpfchen abgehalten habt, versucht es einmal über dem Waschbecken oder der Toilette. Da dein Baby nun eine neue Situation vorfindet, ist diese wieder interessant und es kann sich besser entspannen. Auf jeden Fall braucht man dabei viel Geduld und Einfühlungsvermögen. Immer wieder anbieten, versuchen, aber dann besser abbrechen wenn es für beide unangenehm wird!

Windelfrei im Krankheitsfall

Wir finden es immer sehr praktisch, gleich am Stuhl erkennen zu können wenn etwas nicht in Ordnung ist. Bei windelfrei hat man immer einen guten Überblick und sieht sofort, wenn etwas nicht stimmt. Das kann Durchfall sein, oder aber auch, wenn sich die Konsistenz/Farbe des Stuhlgangs oder auch die des Urins auf irgend eine Art und Weise verändert. Im Krankheitsfall geht die Gesundheit natürlich immer vor! Windelfrei ist schließlich kein Wettbewerb und sollte auch nicht als solcher betrachtet werden. Im Vordergrund steht immer die Kommunikation, so auch, wenn dein Baby krank ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass dein Baby keine Lust hat, ist in diesem Fall sehr hoch und sollte auch akzeptiert werden. Da kann man getrost auf Windeln zurückgreifen, sollte das Abhalten nicht funktionieren. Man kann es immer wieder anbieten, doch wenn man merkt, es klappt wirklich nicht, sollte man eine Pause einlegen, bis das Baby wieder fitter ist. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Ausscheidungskommunikation bei einer einfachen Erkältung sehr gut funktioniert.

Windelfrei unterwegs? Was tun im Winter oder im Auto?

Die Frage, was man unterwegs macht, vor allem in der Stadt, kommt sehr oft. Es gibt einfach wenige Orte, an denen man entspannt und ohne seltsame Blicke abhalten kann. Man muss da auch ein wenig darüber stehen. Oft höre ich, dass die Mütter nicht genügend Mut aufbringen können, es tatsächlich unterwegs zu versuchen. Falls es dann nicht funktioniert (im schlimmsten Fall schreit dein Baby dabei) und man dabei auch noch Zuschauer hat, ist das eine unangenehme Situation. Es ist wichtig, im Hinterkopf zu behalten, dass ihr das nicht für andere Menschen macht, sondern für euer Baby. Die anderen sind da wirklich egal. Und wenn ihr unsicher seid, spürt das auch euer Kind. Wenn windelfrei gesellschaftsfähig werden soll, müssen wir mit der falschen Scham aufhören und zu unserem Tun und unseren Kindern stehen.

Was wir immer ein wenig kompliziert finden, ist der Autositz. Nicht nur einmal ging etwas daneben uns wir mussten das Teil säubern. Autofahren entspannt viele Kinder, da sollte man auf jeden Fall etwas zum Schutz darunter legen, oder eventuell eine Windel anziehen. Wir haben mittlerweile immer eine kleine wasserdichte Unterlage im Autositz.

Ansonsten nutzen wir immer den nächsten Baum oder das nächste Gebüsch. Im Sommer auch in der Stadt kein Problem.

Im Winter ist es immer ein wenig kompliziert. Da muss jeder die für sich selbst und das Baby angenehmste Methode herausfinden. Wir halten auch im Winter draußen ab, suchen uns dann aber geeignete Plätze (zB windstill) und benutzen auch einmal eine öffentliche Toilette. Die wenigen Sekunden, die man abhält, machen kein Kind krank 😉 Wenn es zu kalt ist, signalisiert dein Baby/Kind das auch und man kann immer noch abbrechen. Bei Minusgraden muss es nicht unbedingt sein, es findet sich wirklich fast immer eine Lösung! – Und wenn es das nächstgelegene Restaurant ist. Die meisten windelfrei-Eltern haben im Auto eine verschließbare Schüssel deponiert, die bei Bedarf zum Einsatz kommt, wenn es denn nicht zu weit steht. Wenn du mit der Bahn unterwegs bist, wäre ein Backup die beste Lösung. In den öffentlichen Verkehrsmitteln ist es nicht immer einfach mal schnell abzuhalten.

Ausrüstung für Unterwegs:

  1. Einlage für den Autositz
  2. Evtl ein Back-Up
  3. Verschließbare Schüssel im Auto
  4. Wechselkleidung
  5. Kleines Tuch zum Abwischen, falls etwas daneben geht

Die Ausrüstung kann man immer auf die persönlichen Bedürfnisse anpassen, im Sommer kommen wir oft ohne alles aus.

Geeignete windelfrei-Kleidung und Back-Ups:

Es gibt mittlerweile eine Vielzahl an Herstellen für windelfrei-Kleidung. Prinzipiell brauchst du keine spezielle Kleidung! Manches kann den Alltag erleichtern, lässt sich aber auch anders regeln. Wir haben immer ganz normale Kleidung an und wechseln diese bei Bedarf. Sie lässt sich genauso gut oder schlecht an- und ausziehen wie spezielle windelfrei-Kleidung. Der Vollständigkeit wegen möchte ich sie trotzdem erwähnen. Da wären zum einen die Schlitzhosen/Splitpants. Das sind Hosen, die man im Schritt öffnen kann, wenn das Kind einmal muss. Sie haben quasi einen Schlitz im Schritt, der durch das zur Seite ziehen der Hose geöffnet wird und auch so wieder verschlossen wird. Dann gibt es noch Hosen, die im Schritt einen aufklappbaren Mittelteil haben. Wir haben beides nie benutzt und können daher nichts Genaues dazu sagen.

Was wir zeitweise benutzt haben, sind selbstgemachte Trainerhöschen, welche man vom Bund abknöpfen kann. Wenn etwas daneben geht, wechselt man einfach den unteren Teil aus und muss nichts an- oder ausziehen. Ebenfalls benutzt haben wir manchmal die Trainerhöschen von ImseVimse.  In den kalten Jahreszeiten beides jeweils in Verbindung mit Stulpen, damit die Beinchen nicht zu kalt werden.

Windelfrei zu Hause

…ist recht simpel. Einfach das machen, was sich stimmig anfühlt und für euch selbst am praktischsten herausgestellt hat. Einfach ausprobieren!

Windelfrei-Papa oder auch Großeltern?

Sascha ist ein wunderbarer windelfrei-Papa. Seine Bemühungen waren ausschlaggebend für unseren windelfrei-Erfolg. In seinem Artikel „Windelfrei-Papa – eine verrückte Zeit“ hat er seine Sicht der Dinge niedergeschrieben. Wenn dein Baby weitere Bezugspersonen, wie die Großeltern oder eine Tante hat, ist es auch möglich, dass diese das Abhalten übernehmen. Vorausgesetzt ist natürlich immer, dass dein Baby genügend Vertrauen zu der jeweiligen Person hat.

Ist windelfrei nicht Konditionierung?

Sehr oft wird gesagt, windelfrei sei lediglich Konditionierung. Wir trainieren unseren Kindern das Ausscheidungsbedürfnis jedoch nicht an, das ist ein ganz normaler Vorgang, der in jedem unserer Körper stattfindet. Anders als bei Wickelkindern, wird hier auf die Signale des Kindes reagiert. Windelkindern wird die Windel jedoch sehr wohl antrainiert. Das Kind hat ein Bedürfnis, welches so lange ignoriert wird, bis das Kind resigniert und notgedrungen das eigene Nest beschmutzt.

Wenn es einmal nicht funktioniert…

…ist die Überraschung der Zuschauer beim Vorführen nicht besonders groß, wird allgemein immer noch angenommen ein Baby kann nicht auf die Toilette. Wir hatten hin und wieder Momente, in denen es höchst unangenehm war, haben wir doch vorher immer davon geschwärmt. Kommt nun der Moment und das Baby muss mal, sind alle gespannt darauf, ob es auch wirklich klappt. Und dann klappt natürlich nichts. Das Baby weint, die Eltern sind angespannt und die Verwandten wussten es natürlich bereits vorher. In solchen Situationen auf jeden Fall einen kühlen Kopf bewahren und keinen Druck machen – das macht es noch schlimmer. Abwarten und Tee trinken, bis zum nächsten Signal und dann noch einmal ganz entspannt an die Sache rangehen 😉

Gibt es auch Nachteile?

Klar gibt’s die. Wie überall. Es kostet Überwindung, einmal anzufangen und dann ist es in der Anfangszeit ein Mehraufwand. Aber ihr müsst euch auch erst einmal kennenlernen! Das passiert nicht von heute auf morgen und ich kann euch sagen: Die Arbeit lohnt sich! Windelfrei schafft eine intensivere Beziehung zu eurem Kind und später habt ihr definitiv sehr viel weniger Arbeit. Natürlich nervt es, wenn das Kind eine Streik-Phase hat und man nur noch am Wischen und putzen ist. Aber es ist euer geliebtes Kind 🙂 Wie wir alle hat es Bedürfnisse die wir unbedingt wahrnehmen sollten. Und dazu gehört eben auch das Ausscheidungsbedürfnis.

Ich hoffe in diesem Artikel alles aufgezählt zu haben, wenn ihr etwas vermisst, oder weitere Fragen habt, stehe ich euch sehr gerne zur Verfügung 🙂

Bis dahin – Eure Nadine

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Comments

Kommentare

7 Kommentare

  1. Danke für diesen umfangreichen und allumfassenden Beitrag, Nadine! Bei uns funktioniert es auch super. 🙂 Wir können die Windelfreiheit echt jedem empfehlen! Gerade deren ökologischen Aspekt finde ich besonders wichtig. 🙂

    Liebe Grüße
    Patrick

    • Hallo Patrick 🙂

      Bei windelfrei passt einfach alles. Gerade weil es die natürlichste, oder auch normalste Methode ist 😛

      Ganz liebe Grüße,
      Nadine

  2. Liebe Nadine!
    Ein wirklich toller artikel! Wir praktizieren es auch von anfang an, ich bin selbst total erstaunt, dass es so toll klappt, ich kannte das nämlich gar nicht, habe während der schwangerschaft zufällig ein buch gelesen und es dann einfach gemacht – weil es mir total selbstverständlich vorkam 🙂
    Ich muss jedoch gestehen das wir (leider) immer windeln anhaben, da sie so klein so oft pinkeln müssen, das große geschäft geht aber bis auf seltene ausnahmen immer ins töpfchen! Ich traue mich noch nicht die windel ganz wegzulassen, obwohl ich diese chemische teile absolut nicht mag… 🙁 wir haben zwar eine stoffwindel, doch die hatten wir erst einmal kurze zeit an und danach war alles durchnässt… Aber das war noch ziemlich am anfang, vlt wäre es jetzt besser .. ?
    Auch nachts weiß ich nicht ob ich es schaffe, weil sie im moment mind alle 2 std wach wird dann stille ich sie und wir schlafen weiter. Ich bin da einfach viel zu müde..
    Frieren deine kleinen nicht wenn sie nachts nackig schlafen ? Denke schon das du sie zudeckst aber dann muss die decke bestimmt auch oft gewechselt werden oder?
    Viele liebe grüße, sandra

    • Hallo liebe Sandra,

      schön, dass ihr zu windelfrei gefunden habt 🙂 Es ist oft so, dass hauptsächlich erst einmal das große Geschäft klappt. Bei uns war und ist es immer so, dass nur die ersten Tropfen daneben gehen. Versuch es doch noch einmal mit den Stoffwindeln? Wir haben dann immer noch genug Zeit, den Rest an einer geeigneteren Stelle abzulassen, wenn ein bisschen was daneben geht. Das Problem bei normalen Windeln ist, dass die Kinder nicht spüren, dass es nass ist.

      Nachts ist immer so eine Sache, vor allem am Anfang ist man doch immer sehr müde. Mach es nur, wenn es für euch beide passt. Wenn du ein negatives Gefühl dabei hast, überträgt sich das auf dein Baby. Dann geht der Schlaf, den ihr beide braucht, eindeutig vor. Vor allem, wenn es sonst kein Problem darstellt. Unser Lysander konnte nicht weiterschlafen, wenn er nachts musste, doch Aurelia will manchmal einfach nicht und pinkelt dann ins Bett 😉

      Bei uns hat es zeitlich nachts bisher immer gereicht, die Hose schnell runter zu ziehen, oder das Hemdchen hoch. Nachthemden haben sich hier absolut bewährt. Im Sommer schlafen beide meist nackig, oder nur mit Höschen, weil sie es so wollen. Aber im Winter haben sie immer etwas an, da beide grundsätzlich ohne Decke schlafen. Selbst als beide noch Babys waren, haben sie es immer geschafft, die Decke wegzustrampeln.

      Die Decke muss bei Mädchen meist nicht gewechselt werden, bei Jungs aber dann schon 😉

      Ich hoffe, ich konnte dir mit diesem Einblich ein wenig weiterhelfen, wenn du noch konkretere Fragen hast, frag ruhig 🙂

      Ganz liebe Grüße,
      Nadine

  3. Liebe Nadine, das war spannend zu lesen. Ich bin auf dem Gebiet ein absoluter Laie, auch wenn ich es gerne umsetzen möchte. Unser Sohn ist jetzt 21 Monate alt und im Sommer hab ich ihn daheim öfter mal nackt rumlaufen lassen. Leider mit dem Ergebnis, dass ich permanent am Putzen war. Meist guckt er an sich herunter, dann läufts aber auch schon. Ich würde so gerne öfter Windelfrei praktizieren. Hast du da einen Tipp für uns, wie wir jetzt noch damit beginnen können? Leider findet mein Mann es ganz und gar nicht toll, wenn unser Sohn überall hinmacht. Er sagt dann immer ziemlich unentspannt, er wohne doch nicht im Stall. 🙂 VG Jenniffer

    • Hallo liebe Jenniffer 🙂

      kann deinen Mann da gut verstehen. Ich hatte auch so meine Probleme damit, aber so schlimm ist das gar nicht 😉 Nur muss dein Kleiner auch sehen, dass da etwas passiert. Du könntest auch Trainerhöschen versuchen, dann geht nicht so viel daneben, dein Sohn spürt aber trotzdem, dass es nass wird?

      Ganz liebe Grüße,
      Nadine

  4. Pingback: Langzeitreisen als Familie und wie man das realisieren kann

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