Schwangerschaft ohne Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt – Bin ich verrückt?

Schwangerschaft ohne Vorsorgeuntersuchungen? Wäre ich mit Aurelia im Bauch sofort zum Arzt gegangen, gäbe es unser wunderbares Mäusschen vielleicht nicht. Soviel dazu. Ein Gastbeitrag von Linda Stegmann LebendigSein.net!

schwanger ohne arzt

Als  „feststand“, dass ich schwanger war – intuitiv wusste ich es bereits, doch ich machte trotzdem zwei Tests, da mein Verstand dem nicht ganz trauen wollte, kam ein Video auf Facebook zu mir. Irgendjemand aus meiner Liste hatte es wohl gepostet, da ich noch in keiner Gruppe o.ä., die mit Schwangerschaft und Geburt zu tun hatte, war. Dieses Video zeigte eine Frau, die ohne Hilfe von außen, an einem Teich in der Natur ihr Kind zur Welt brachte oder eher gesagt, es geschehen ließ.

Ich wusste zu dem Zeitpunkt selber noch nicht, was das bedeutete und bedeuten würde, aber es war in dem Moment sofort klar:

Ich würde mein Kind natürlich und alleine, das heißt, ohne Assistenz von einem Arzt, einer Hebamme o.ä., zur Welt bringen.

Außerdem sollte der Schwangerschaftstest das letzte Mal gewesen sein, dass ich mir von außen etwas darüber sagen lassen würde, was in mir passierte, anstatt meiner Intuition, meinem inneren Gefühl zu vertrauen. Das hieß, ich ging während der gesamten Schwangerschaft nicht zum Frauenarzt.

Was ich hatte, waren ein paar Termine bei meiner Homöopathin und Ärztin meines Vertrauens, die mich homöopathisch und u.a. wegen meines Asthmas behandelte.
Da ich seit noch nicht so langer Zeit komplett vegan lebte, machte ich dort auch Bluttests, um zu schauen, ob ich mit allen Nährstoffen versorgt war.
Das Ergebnis: Eisen war etwas zu niedrig und es mangelte an Vitamin D (kein Wunder, es war Winter im Norden Europas).
Meine Antwort: „Floradix Eisen“ und vegane Vitamin D Kapseln.

Aber das war’s dann auch an Tests gewesen. Das heißt, ich ließ keinen Ultraschall o.ä. machen.

Warum? Ich wollte meinem Körper vertrauen.

schwanger ohne vorsorgeIch wusste instinktiv, dass es meinem Kind gut geht. Warum sollte ich es unnötigerweise den Ultraschall-Strahlen aussetzen oder es auf andere Art und Weise in seinem Raum stören?

Mein Kopf wollte mir immer wieder anderes einreden. Dies kam vor allem, wenn ich mich mit anderen darüber unterhielt. Da kamen dann Fragen, wie:„ Willst du nicht sichergehen, dass alles okay ist?“ und „Was, wenn irgendetwas ist?“. Diese Fragen weckten die Ängste in mir und ließen mich nachdenken. Doch mir war immer wieder klar, dass wenn ich nun zum Arzt gehen würde, es nur wegen dieser Ängste wäre und nicht, weil mit meinem Baby irgendetwas sein könnte.

Hier half mir auch der E-Mail-Kontakt mit Laura Shanley, welche drei Alleingeburten und das Buch „Unassisted Childbirth“ geschrieben hatte.
Ich schrieb ihr aus meiner Angst heraus, ob ich nicht doch am Ende meiner Schwangerschaft  „zur Sicherheit“ einmal nachgucken lassen sollte, ob das Baby richtig liegt oder ob die Nabelschnur eventuell um irgendetwas gewickelt ist…  Ihre Antwort holte mich wieder zu mir zurück: Sie schrieb nämlich, dass eines ihrer Kinder „nicht richtig“ lag, wäre sie jedoch beim Arzt gewesen, hätte sie eh nicht das gemacht, was dieser gesagt hätte (wahrscheinlich Kaiserschnitt). Peng! Genau so war es bei mir auch:
Ich war mein Leben lang von den meisten Schulmedizinern nicht sonderlich angetan gewesen, da diese meiner Ansicht nach hauptsächlich nach Büchern arbeiten und jeder Mensch einfach ein Patient ist, anstatt ein individuelles Wesen mit eigener Geschichte.
Nur wegen des Asthmas hatte ich zwischendurch hingemusst, um mir meine Sprays zu verschreiben.
Auf jeden Fall stand klar: Ich wollte mein Kind natürlich gebären und mir vorher nichts erzählen lassen, was bei der Geburt eh wieder ganz anders aussehen kann.

Also ließ ich es wie gehabt und ging nicht zum Frauenarzt und die letzten drei Monate der Schwangerschaft auch zu keinem anderen Arzt mehr. Ich konzentrierte mich ganz auf mich und mein Baby und genoss diese Zeit ganz ungemein! Es war eine unbeschreibliche Erfahrung und ich wünsche mir, dass jede Frau die Schwangerschaft so für sich genießen kann, indem sie das tut, was sie für sich fühlt.

 

Was ich dir für deine selbstbestimmte Schwangerschaft rate:

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  1. Höre auf dieses Gefühl in dir. Deine innere Stimme weiß DEINEN Weg und das weißt du auch 🙂 Traue dich darauf zu hören.
  2. Suche dir Kontakt zu anderen gleichgesinnten Frauen. Schreibe ihnen, tausche dich aus. Das tut gut und lässt dich deinen Weg wieder besser sehen.
  3. Sei ehrlich mit dir und deinen Ängsten. Lass sie zu und rede auch darüber. Es ist okay, dass sie da sind. Suche dir die Wege, die dir helfen, mit ihnen umzugehen.
  4. Lies inspirierende Geburtsberichte von Frauen, die eine natürliche, selbstbestimmte (Haus-/Allein-)Geburt hatten. (Meinen sowie andere Geburtsberichte von selbstbestimmten Geburten findest du auf unserem Blog.)

Mit meinem E-Book möchte ich dich dabei unterstützen genau auf diese Stimme zu hören und „bei dir“ zu bleiben. Die Stimmen im Außen können gerade in der Schwangerschaft sehr laut sein. Da ich vegan lebe und eben bei keiner Voruntersuchung war, waren da natürlich viele Meinungen und es war für mich sehr wichtig, immer wieder nach innen zu schauen. Ich bin froh, nun dieses Buch geschrieben zu haben, in welchem ich dich dazu ermutige, deine Schwangerschaft selbstbestimmt zu gestalten. Du erfährst wie du mit deinen Ängsten umgehen kannst und ich gebe dir meine besten Tipps wie du dich auch ohne Vorbereitungskurs geistig und körperlich auf die Geburt vorbereiten kannst.
Dazu gibt es jetzt spannende, lustige und tief-bewegende Erfahrungsberichte von über 10 Haus- und Alleingeburten dazu!

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Hier geht es zum Angebot!

 

Ich wünsche dir eine wunderschöne Schwangerschaft und deine Traumgeburt!

 

Alles Liebe,

Linda
(LebendigSein.net)

P.S. Es ist nicht mein Absicht zu sagen, dass für jede Frau die Alleingeburt und der Verzicht auf frauenärztliche Betreuung während der Schwangerschaft das Richtige ist. Für mich war es das, doch jede Frau trifft ihre eigenen Entscheidungen.
Ich möchte jedoch mit diesem Beitrag auf einen bewussten Umgang mit Arztbesuchen und jeglichen Eingriffen von außen in Schwangerschaft und Geburt aufmerksam machen und Frauen dazu ermutigen, auf ihre innere Stimme zu hören und ihren Weg, der für sie richtig ist, zu gehen.

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Comments

Kommentare

3 Kommentare

  1. Das würde ich mich IM LEBEN nicht trauen..
    Hätte ich das gemacht wäre mein Kind bei der Geburt vllt gestorben . Habe zwar beschlossen mich bei der Schwangerschaft ausschließlich von einer Hebamme betreuen zu lassen, das ist dann aber auch das höchste der Gefühle.
    Glaube solche Geschichten gehen 9 mal gut und das 10. mal RICHTIG schief… Habe bei der Arbeit viele, viele Menschen kennengelernt wo bei der Geburt etwas schief gegangen ist. Es geht manchmal um Sekunden. Früher sind Frauen bei Geburten auch man gestorben. Ich bin wirklich für selbstbestimmte Geburten, finde auch außerklinische Geburten super und absolut zu unterstützen, aber in dem Moment wo ich BEWUSST das Leben meines Kindes in irgendeiner Weise riskiere ist für mich eine Grenze erreicht.

  2. Hallo Jule,

    das muss man differenziert betrachten. Für mich wäre es in meiner ersten Schwangerschaft besser gewesen, ich wäre weniger zum Arzt gegangen. In meiner zweiten war ich kaum beim Arzt und dank dessen lief alles gut. Wäre ich von Anfang an gegangen, wäre mein Mädchen vielleicht nicht hier. Man hätte mir geraten die Schwangerschaft abzubrechen. Es kann gut gehen, muss es aber nicht. Mit oder ohne Arzt. Es gibt so viele Geschichten, von Frauen, die ohne Arzt besser dran gewesen wären. Aber natürlich auch anders herum! Und ja, wir können froh sein, dass es die moderne Medizin gibt. Ich denke, die Entscheidung ist absolut individuell und jeder muss es selbst wissen 🙂 Man muss nicht gänzlich ohne Arzt unterwegs sein, es ist aber möglich.

    Alles Liebe,
    Nadine

  3. Ich wurde beim ersten Besuch bei der Frauenaerztin bombadiert mit Tests, die man machen kann/ sollte. Ich war geschockt. Wir machten dann „nur“ das absolut Noetigste (was ja auch von Land zu Land verschieden ist). Ich sehe nicht ganz ein, wieso einem so viele Test und Untersuchungen fast schon vorgeschrieben werden- vorallem, wenn ja alles gut scheint.
    Ich vertraute bei allen 3 Schwangerschaften auf mein Gefuehl, liess mich moeglichst wenig von aussen unter Druck/ Stress setzen. Trotzdem- haette ich mein erstes Kind alleine auf die Welt gebracht- es waere wohl gestorben- und wer weiss, vielleicht ich damit.
    Dasselbe bei meiner Schwester.
    Heute kann man ja schon viel mehr selbst bestimmen, was die Geburt angeht. Es gibt Mittelwege.

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