Selbstbetreuung oder Kindergarten

kindergarten

Als Xena noch sehr klein war, standen wir vor der Überlegung, ob es für sie besser wäre in einen Kindergarten zu gehen, oder on wir sie lieber zu Hause lassen wollten. Da Xena ein sehr offenes und sensibles Kind ist, fiel uns die entscheidung sehr leicht, denn sie hat uns gesagt, was wir tun sollen. Na ja, gesagt, ist vielleicht der falsche Ausdruck. aber sie hat es uns durch ihr Verhalten sehr klar gemacht. Bei Michael war es dann schon etwas leichter die Entscheidung zu treffen: Unsere Kinder sind kindergartenfrei. Und sie sind froh!

Der erste Kontakt für Xena mit dem Kindergarten war mehr oder weniger traumatisch. Wir lieferten sie ab und bereits nach kurzer Zeit verlangte man von uns, dass wir jetzt doch besser gehen sollten. Xena fand das nicht so dolle und fing zu weinen an. sie wollte gar nicht zu weinen aufhören, also hatten wir nach ca. 2 Stunden einen Anruf und die Kindergärtnerin bat uns möglichst schnell zu kommen. Frank fuhr dann in den Kindergarten und kaum war er da, war Xena wie ausgewechselt. von Schreien keine Spur mehr. Aber kaum hatte er den Raum verlassen, ging es wieder los.

Das Resultat der Sache war, dass Frank quasi als Dauergast im Kindergarten blieb. Das ging mehrere Tage lang so, bis wir uns entschlossen, dass wir das Experiment Kindergarten als gescheitert betrachten mussten. Xena hatte uns sehr klar gemacht, dass sie das nicht wollte. Die Erzieherinnen im Kindergarten tuschelten zwar hinter unserem Rücken und wir wurden im abschließenden Gespräch schon auch mal als „Helikoptereltern“ bezeichnet. Aber das war uns egal, unser Entschluss stand fest: Wir wollten kindergartenfrei erziehen und waren sehr froh, dass Xena uns den richtigen Weg auf ihre Art und Weise gezeigt hatte.

Wenn andere Eltern vor der Entscheidung stehen, ob sie ihre Kinder zu Hause erziehen sollen oder doch lieber in den Kindergarten geben sollen, können wir mit einer Liste der Argumente für eine kindergartenfreie Erziehung aushelfen. Mehr zu dem Thema erfahrt ihr übrigens auch auf der Seite von „Kindergartenfrei„. dort gibt es auchz eine tolle Community.

Argumente für ein kindergartenfreies Leben:

  1. Als wichtigstes Argument erscheint uns, dass Eltern mit ihren Kindern auf eine unnachahmliche Art verbunden sind. Es ist sozusagen Liebe pur, die die beiden Teile zusammenhält. Ein Kindergarten ist dagegen ein reiner Geschäftsbetrieb, das kann man drehen und wenden wie man will. Liebe wird aber für Kinder immer wichtiger sein als ein geschäftliche Interessen.
  2. Die Trennung von den Eltern ist für die Kinder eine ziemlich traumatische Erfahrung. Sie haben in diesem Alter noch kein Zeitgefühl und glauben daher dass Mama und/ oder Papa für immer weg sind. Dass die beiden nach ein paar Stunden wierderkommen, können sie im Kindergartenalter noch nicht verstehen.
  3. Zu Hause kann man auf die Kinder auf eine sehr individuelle und auf die einzelnen Kinder abgestimmte Art eingehen. Je nachdem was das Kind will bzw. in diesem Moment benötigt, kann man die passenden Aktivitäten setzen. Das ist in einer Kindergartengruppe, in der ein/e Erzieher/in auf viele Kinder aufpassen soll, leider nicht möglich.
  4. Auch sensible Fragen zu Themen wie z. B. Sexualität können im geschützen Rahmen zu Hause viel besser und eindringlicher beantwortet werden
  5. Wir von der Ökofamilie wollen möglichst viel Zeit im Freien bzw. in der Natur verbringen. Kindergärten dagegen sind im Allgemeinen in geschlossenen – oft überheizten – Räumen untergebracht. Das ist extrem ungesund und schädlich für die Entwicklung der Kinder. Kinder lernen in der Natur viel mehr unsere Erde mitsamt ihren tollen Lebensgrundlagen zu schätzen als das in einem Kindergarten der Fall wäre.
  6. Kinder lernen zu Hause viel besser wie ein soziales Gefüge (in dem Fall eine Familie) funktioniert. Sie entwickeln daher persönliche Verantwortung für alles was passiert.
  7. Für kindergartenfreie Kinder gibt es keinen Gruppenzwang. Sie werden nicht gezwungen an irgendwelchen Tätigkeiten teilzunehmen, die sie gar nicht selbst wollen. Kinder die aus irgendeinem Grund „anders“ sind (z. B. hochsensible Kinder…) werden nicht verspottet sondern können sich in ihrem eigenen, individuellen Rhythmus entwickeln. Das Prinzip „Der Stärkere setzt sich durch“, das in einem Kindergarten natürlich vorherrscht, ist gerade für diese Kinder sehr gefährlich.
  8. Hat ein Kind ein „Minitrauma“ (z. B. wenn es hingefallen ist oder sich sonstwie verletzt hat) dann hat es im Kindergarten niemanden, der als „Schutzperson“ – gleichwertig zu Vater oder Mutter – auftreten kann. Die Beziehung zu den Erziehern ist natürlich eine andere als zu den Eltern und selbst kleine Ereignisse können somit traumatische Spuren hinterlassen.
  9. Kinder in Kindergärten geraten immer in Versuchung ihre qualitäten auf eine konkurrenzierende Art und Weise zu vergleichen. Wer ist intelligenter? Wer ist größer? Das ist für die soziale Entwicklung der Kinder schädlich.
  10. Das Essen zu Hause kann sehr individuell auf die Kinder abgestimmt werden und man kann zu Hause viel besser auf individuelle Vorlieben oder Mankos eingehen. Für Kinder die bestimmte Allergien haben, kann das z. B. ein Segen sein.