Wie ernährst du deine Familie ? #Was kann man denn noch essen?

Langsam aber sicher nehmen die Ernährungsempfehlungen unheimliche und enorme auswüchse an. Jeder weiß es besser und jeder hat seine ganz eigenen Empfehlungen die zum absoluten Traumkörper oder nie vorher da gewesener Gesundheit verhelfen sollen. Zugegeben war ich eine Zeit lang auch totale Fanatikerin und das einzig wichtige war unsere Ernährungsform, von der ich sehr überzeugt war. Vegan über alles – und ja wir sind immer noch größtenteils Veganer, oft auch nur rohvegan, es gibt aber ein paar Ausnahmen. Wir essen mittlerweile das worauf wir Lust haben, nur unser Lysander ist Veganer – durch und durch. Gesund ist natürlich immer besser, aber wenn wir uns dabei quälen, hat es keinen Sinn.

Esst doch was ihr wollt

Momentan sind selbst geerntete Zucchini giftig und man soll bloß die Finger davon lassen. Morgen sind es dann Tomaten und übermorgen Kartoffeln. Ein Nahrungsmittelskandal jagt den nächsten und sowieso müssen wir ständig aufpassen, nicht das Falsche zu essen. Überall lauern Gefahren und so manches Lebensmittel darf auf keinen Fall in Kombination mit einem anderen gegessen werden. Das führt zu gesundheitlichen Problemen und im schlimmsten Fall passiert was? Nichts. Ab und zu bricht eine regelrechte Panik aus und die Diskussionen um gewisse Ernährungsformen laufen immer nur auf eines hinaus: Wir streiten uns. So manch eine/r wird richtig ungehalten und es herrschen kriegsähnliche Zustände. Zum Glück passiert das alles nur Online – im echten Leben würden wir niemals so miteinander sprechen (die Familie einmal ausgenommen). Dabei geht es lediglich um das Thema Ernährung.

Jeder darf doch essen was er möchte? Keiner muss für eine andere Person die Verantwortung übernehmen, oder gar die Entscheidung abnehmen. Mit was der Nachbar seine Kinder füttert, kann uns doch völlig egal sein? Natürlich müssen wir Chips und Cola nicht gut heißen, das ist aber ein anderes Thema.

Was kann man denn noch essen?

Nichts? Wenn man allem glaubt, was man liest, dürfte man nichts mehr essen. Wenn man einen Fehler sucht, findet man auch einen. In jedem Bereich des Lebens. Ob es sich nun um  biologische oder konventionelle Lebensmittel handelt, Fleisch oder Fake-Meat, sei einmal dahingestellt. Es spielt keine Rolle, da nichts, aber auch wirklich nichts perfekt ist. Hier einmal die gängigsten Kritikpunkte zusammengefasst:

  1. Biologische Nahrungsmittel geraten ständig in Verruf doch nicht so bio zu sein, schwarze Schafe gibt es aber überall.
  2. Konventionelle Nahrungsmittel sind eindeutig mit zu vielen toxischen Stoffen belastet.
  3. Milch und Zucker sind schlecht, rauben uns Nährstoffe, lassen Fettpölsterchen wachsen.
  4. Für eine Scheibe Wurst oder ein Stück Fleisch müssen andere Lebewesen leiden, es gibt ständig neue Skandale.
  5. Eier – Dioxin – kommt immer mal wieder.
  6. Fertigprodukte enthalten zu viele schädliche / künstliche Stoffe.
  7. Viele Lebensmittel wurden mit Giften von Monsanto behandelt und sind gentechnisch verändert.
  8. Soja – oft gentechnisch verändert soll es den Hormonhaushalt durcheinander bringen.
  9. Weizen – durch Überzüchtung und Kreuzungen wurden neue Glutenproteine gezüchtet die vom menschlichen Körper noch nicht adaptiert wurden. Trägheit, Sucht, Heißhungerattacken und Übergewicht sind die Folgen.
  10. Obst und Gemüse verliert durch Züchtungen immer mehr an Vitaminen und Mineralstoffen.

Worauf muss man achten und warum?

Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Zuerst muss man sich überlegen, was ist mir wichtig? Worauf lege ich persönlich wert, was braucht mein Körper und der meiner Kinder? Ist es mir wichtig, dass meine Lebensmittel nicht chemisch belastet sind und regional angebaut werden? Dann lohnt es sich, einmal beim Bauern um die Ecke nachzufragen. Viele Bauern verwenden keine chemischen Pestizide, können sich aber das Biosiegel nicht leisten! Ist es mir wichtig, dass kein Lebewesen für mich leiden muss? Dann sollte der Speiseplan viel frisches Obst und Gemüse beinhalten – Fertigprodukte gilt es zu vermeiden aufgrund der hohen Belastung mit künstlichen Stoffen. Wenn das nicht gelingt, ist es vielleicht ratsam, sich noch einmal genauer Gedanken darüber zu machen, welchen Sinn die Ernährungsform zum jetzigen Zeitpunkt hat. Wenn du krank bist und deine Ernährung umstellen möchtest oder abnehmen willst ist es auch ein guter Ansatz damit anzufangen mehr Obst und Gemüse mit einzubauen, ebenso wenn es dir wichtig ist, dass deine Kinder alles bekommen, was sie zum Wachsen benötigen. Natürlich wissen wir alle, wie wichtig frische Nahrungsmittel sind, aber oft ist es uns nicht gänzlich bewusst, deshalb wiederhole ich das immer wieder, auch um es mir selbst einfacher zu machen.

Wenn du etwas ändern willst sei offen für Neues

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und dementsprechend schwer tun wir uns, wenn es darum geht etwas zu verändern. Wichtig dabei ist, es einfach zu machen! Wenn du etwas ändern möchtest, musst du es tun und dabei nicht im Kopf bleiben und doch wieder zur Fertigpizza greifen. Wenn du einmal angefangen hast, ist es einfacher als du es dir jetzt noch vorstellst. Bei uns sagt man gerne „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht“. Das stimmt! Wir wollen uns gesünder ernähren, doch dann fängt es an mit Dingen wie: „Das mag ich nicht“. Hast du es die letzten 5 Jahre wieder einmal probiert? Schmeckt es dir tatsächlich nicht? Handelt es sich vielleicht auch nur um etwas, was zu fest in deinem Kopf sitzt? Ich mag zB. keinen Spinat, weil ich als Kind so lange sitzen bleiben musste, bis ich ihn gegessen habe. Langsam kommt der Punkt, an dem ich es mal wieder versuchen könnte…

Ernährung ist eine komplexe Sache – Iss was du liebst

Es spielen so viele Faktoren mit, dass es zu einer wirklich komplizierten Sache wird. Wenn wir wirklich auf alles achten wollen, dann müssen wir unser Essen selbst anbauen. Das wäre natürlich das absolute Ideal, doch nicht jeder hat die Möglichkeit und das Durchhaltevermögen. Es ist in letzter Zeit einfach zu viel geworden. An was soll man sich denn noch halten, wenn es so viele Ernährungsformen und Regeln gibt? Es ist so unüberschaubar, dass es keinen Spaß mehr macht. Deshalb essen wir was wir wollen. Jeder darf hier selbst entscheiden, was er essen möchte und was nicht. Wir haben unsere Zeiten, in denen das eine oder andere überwiegt, doch im Grunde bleibt das jedem selbst überlassen. Jedoch achten wir trotzdem sehr auf unsere Nährstoffzufuhr, kaufen bio und wenn es geht regional. Ebenso bleibt es vorerst dabei, dass wir kein Fleisch essen. Für uns ist das der Knackpunkt. Für uns soll kein Lebewesen leiden. Wir können nicht ausschließen, dass es für immer so bleibt. Menschen entwickeln sich stetig weiter, wir verändern uns von Zeit zu Zeit, daher sagen wir niemals nie und essen einfach was wir lieben 🙂

Wie ernährt ihr euch? Worauf achtet ihr, was ist euch wichtig und wie sehen das eure Kinder?

Bis dahin – Eure Ökofamilie

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